Peking und das Wachstum
EU-Unternehmen kritisieren Chinas Hauptstadt

Peking wächst und wächst. Chinas Hauptstadt soll mit den umliegenden Regionen zu einer Metropole mit mehr als 100 Millionen Menschen verschmolzen werden. EU-Firmen mahnen, dass Probleme wie Smog gelöst werden müssen.
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PekingChinas Hauptstadt Peking soll zu einer riesigen Metropolregion mit mehr als 100 Millionen Menschen anwachsen. „Das Wachstum muss nachhaltig sein“, forderte Mats Harborn, Vizepräsident der EU-Handelskammer, am Donnerstag in Peking. Er sieht bei der Integration der chinesischen Hauptstadt mit der Hafenstadt Tianjian und der angrenzenden Provinz Hebei in den kommenden Jahren gute Chancen für die dort aktiven europäischen Unternehmen. Allerdings müsse Peking dringend seine Probleme angehen, damit das Mega-Projekt erfolgreich sein kann.

China plant in gewaltigen Dimensionen. Peking soll mit Tianjin und Hebei zu einer Metropolregion auf etwa 216.000 Quadratmetern verschmolzen werden. Die Fläche entspricht in etwa der Größe Rumäniens. Das Gebiet käme mit einer jährlichen Wirtschaftsleistung von umgerechnet 820 Milliarden Euro in etwa auf die wirtschaftliche Stärke der Türkei oder Indonesiens.

Aber das Mega-Projekt kann nur mit dringend nötigen Reformen zum Erfolg werden, betont Harborn. „Die Region hat die Chance, zu einem Motor für eine nachhaltige Entwicklung zu werden“, sagte der Manager. Es müsse unbedingt mehr gegen die starke Luftverschmutzung getan werden.

Denn der Smog in Peking sei nicht nur ein Gesundheitsrisiko für die Bewohner, sondern schrecke auch internationale Fachkräfte ab. 39 Prozent der 470 europäischen Mitgliedsunternehmen der Handelskammer in Peking bezeichneten in einer Umfrage Smog als ein Problem, um Fachkräfte in Chinas Hauptstadt zu halten. Gleichzeitig drohe das Megaprojekt die ohnehin knappe Wasserversorgung in Peking weiter zu gefährden.

China müsse seine Visa-Regeln vereinfachen, damit Peking zu einem attraktiveren Standort für internationale Unternehmen werden könne. „Es gibt große Probleme, alte Fachkräfte nach China zu bekommen oder Berufseinsteigern Visa zu besorgen“, klagte Harborn. Mitarbeiter, die älter als 60 Jahre sind, bekämen in China nur schwer eine Arbeitserlaubnis. Gleichzeitig verlangten die Behörden von ausländischen Berufseinsteigern mindestens zwei Jahre Berufserfahrung, um ein Arbeitsvisum auszustellen. „Das ist sehr hinderlich. Wir brauchen eine gute Mischung von unterschiedlichen Mitarbeitern, damit wir ein kreatives Umfeld schaffen können“, sagte Harborn.

Insgesamt vertritt die Kammer in ganz China die Interessen von mehr als 1800 europäischen Firmen. Die Wirtschaftsvereinigung legte erstmals ein Positionspapier ausschließlich für Peking vor. Im Januar hatte die Kammer bereits ein Dokument über Shanghai veröffentlicht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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