Peres fürchtet um Scharons Leben
Streit um Gaza-Abzug eskaliert

Der Streit um den Abzug aus dem Gazastreifen ist in Israek durch einen Aufruf führender Rabbiner zur Befehlsverweigerung israelischer Soldaten bei einer Räumung des Gazastreifens weiter verschärft worden.

HB TEL AVIV. Generalstabschef Mosche Jaalon forderte, die Armee nicht in den politischen Kampf zu verwickeln. Der Militärchef werde sich in einem ungewöhnlichen Schritt öffentlich gegen die Aufrufe stellen, berichtete der israelische Rundfunk am Dienstag eine Woche vor einer Abstimmung des Parlaments über den Plan. Angesichts der immer erbitterter ausgetragenen Auseinandersetzungen erklärte Oppositionsführer Schimon Peres, er fürchte um das Leben von Regierungschef Ariel Scharon.

„Mir graut vor der Hetze, den barschen Worten, die wieder zu hören sind. Ich fürchte, dass jemand versuchten könnte, den Ministerpräsidenten zu töten“, zitierte die Tageszeitung „Maariv“ den Politiker am Dienstag. Außenminister Silwan Schalom bezeichnete den zunehmenden Extremismus der israelischen Abzugsgegner als unverantwortlich. Wenige Tage vor dem 9. Jahrestag der Ermordung des damaligen israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin fühle er sich fatal an die damalige Stimmung erinnert.

Mehr als 60 Rabbiner hatten einen Aufruf an national-religiöse Soldaten unterschrieben, wonach diese sich nicht an der Evakuierung von jüdischen Siedlungen beteiligen dürften. Danach sprachen sich erstmals auch einflussreiche Gegner von Befehlsverweigerung im religiösen Lager gegen eine gewaltsame Räumung von Siedlern aus. Diese legitimiere „individuellen Ungehorsam aus Gewissensgründen“, meinten die Rabbiner Zvi Tau und Schlomo Aviner.

Scharon wollte den Abgeordneten der Knesset seinen Plan am 25. Oktober zur Abstimmung vorlegen. Israelische Medien berichtet, Peres habe Scharon bei einem Treffen zugesagt, die Abgeordneten seiner oppositionellen Arbeitspartei wollten Scharon mit ihren Stimmen für den Abzugsplan ein „Sicherheitsnetz“ bieten. „Die Zustimmung für den Abzug ist bedingungslos“, wurde Peres zitiert.

Bei neuer Gewalt im Norden des Gazastreifens töteten israelische Soldaten unterdessen am Dienstag zwei militante Palästinenser. Diese hätten versucht, am Grenzzaun zu Israel einen Sprengsatz zu legen, teilte ein Armeesprecher mit.

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