Persischer Golf: Araber rüsten ihre Streitkräfte gegen Iran

Persischer Golf
Araber rüsten ihre Streitkräfte gegen Iran

Neue Waffensysteme sollen Teheran abschrecken. Aus Furcht vor dem iranischen Nuklearprogramm bauen die arabischen Staaten ihre Streitkräfte massiv aus und kaufen für 123 Milliarden Dollar in den USA ein.
  • 13

DÜSSELDORF. Kampfflugzeuge, Raketenabwehrsysteme und Hubschrauber stehen auf der Wunschliste ganz oben: Die arabischen Golfstaaten rüsten derzeit massiv auf – und das in Friedenszeiten. Die Furcht vor Irans Nuklearprogramm treibt die arabischen Staaten an. Vor wenigen Tagen bestätigte das US-Verteidigungsministerium Verhandlungen über einen großen Waffendeal mit Saudi-Arabien im Wert von 63 Milliarden US-Dollar. Doch nicht nur das saudische Königshaus will seine Streitkräfte verstärken, um Teheran die Stirn zu bieten. Laut "Financial Times" bereiten auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman und Kuwait die massive Aufrüstung ihrer Armeen in den kommenden Jahren vor. Insgesamt 123 Milliarden US-Dollar (94 Milliarden Euro) wollen die Golfstaaten in die Nachrüstung ihrer Streitkräfte investieren.

Davon profitieren vor allem die amerikanischen Rüstungskonzerne Boeing und Lockheed Martin. Im 63-Milliarden-Deal mit Saudi-Arabien enthalten sind 85 neue F-15-Jäger aus der Produktion von Boeing. 70 weitere F-15 sollen nachgerüstet, Radar, Raketenabwehrsysteme und die saudische Marine modernisiert werden. Die Lieferung von Apache-Kampfhubschraubern ist ebenfalls vorgesehen. "Ziel ist es, eine klare Botschaft an die Adresse des Iran zu schicken, dass wir die Lufthoheit haben", sagte ein saudischer Verteidigungsexperte.

Auch die anderen US-Alliierten am Golf ordern Waffensysteme in großer Zahl. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben nach Einschätzung von Experten Kaufverträge über 35 bis 40 Milliarden Dollar unterzeichnet, um sich mit den Raketenabwehrsystemen Thaad von Lockheed Martin und Patriot-Raketen des Herstellers Raythenon gegen den möglichen persischen Aggressor zu wappnen und den Luftraum zu sichern. Oman und Kuwait investieren bis Ende 2014 12 und 7 Milliarden Dollar. Oman hat 18 neue F-16-Bomber bei Lockheed Martin bestellt, 12 weitere Kampfflugzeuge sollen nachgerüstet werden.

Die USA unterstützen diese Eindämmungspolitik gegenüber Teheran nach Kräften. Anthony Cordesman vom Center for Strategic and International Studies in Washington sprach gegenüber der "Financial Times" von einer "Post-Irakkrieg-Struktur, die den Energiefluss aus der Region für die globale Wirtschaft sicherstellen soll". Zwei Drittel der weltweiten Erdölreserven werden in der Region am Golf vermutet. Die Waffenverkäufe sollen das Abschreckungspotenzial erhöhen und der US-Regierung die Gelegenheit geben, die vor Ort stationierten US-Streitkräfte zu reduzieren und damit den Haushalt zu entlasten.

Gero Brandenburg
Gero Brandenburg
Handelsblatt Online / Redakteur

Kommentare zu " Persischer Golf: Araber rüsten ihre Streitkräfte gegen Iran"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • > Eindämmungspolitik

    ich glaub ich spinne.

    Dort passiert alles andere als Eindämmungspolitik.

    Dort wird hochgerüstet für den nächsten Jrieg, und der wir kommen weil hochgerüstet wird.

    Es war das vernünftigste der Welt, daß der iran sich atomare beewaffnung verschafft, denn ohne diese hätte er schon das Schicksal des irak erlitten.

    Es ist bezeichnend, daß das Land, welches die absolut meisten Kriege seit dem 2. WK geführt hat und selbst Atomwaffen besitzt und das einzige lad ist welches diese jemans gegen fremde Menschen eingesetzt hat, die USA, anderen keine Atomwaffen zugestehen wollen.

    Die USA sind der gefährliche Kriegstreiber, nicht der iran!

  • Es geht um die Vorverurteilung nur weil jemand Öl hat. Das buch bzw. den Film : Nicht ohne meine Tochter habe ich zusammen mit Exil-iranern gesehen. Die haben sich richtig darüber aufgeregt und von ihrem Leben berichtet.

    Die Saudis sind sehr interssiert an alternativen Energieformen und wollten investieren.
    Das man ihnen hier wie sovielerorts etwas vorgesetzt hat, dass ist auch genug deutschen und anderen passiert, s. Friedman, ist natürlich keine Entschuldigung, insbesondere nicht für Leute wie hartz.

    Und wenn der Meeresspiegel steigt, wie sieht es dort mit dem inseln aus bei den Saudis?

  • @ Mariana Mayer

    Unterstellung? Frau Mayer, es gibt bei uns Gott sei Dank eine freie Presse, die in regelmäßigen Abständen darübder berichtet.

    Es gibt neben Google viele andere Suchmaschinen, über die man sich sachkundiger machen kann.

    Es kostet allerdings etwas Zeit und Mühe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%