Persischer Golf
US-Marine tötet indischen Fischer

Ein US-Kriegsschiff hatte sich durch ein herannahendes Motorboot im persischen Golf bedroht gefühlt und hat daraufhin auf das Boot geschossen. Dabei wurde ein indischer Fischer getötet und drei weitere verletzt.
  • 4

DubaiEin US-Marineschiff hat am Montag im Persischen Golf wegen einer mutmaßlichen Bedrohung Schüsse auf ein Motorboot abgegeben und dabei nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate einen indischen Fischer getötet. Drei weitere indische Fischer seien verletzt worden, sagte Tarek Ahmed al-Hidan vom Außenministerium in Abu Dhabi. Sowohl die Emirate als auch die USA kündigten eine Untersuchung an.

Der Vorfall, bei dem das US-Versorgungsschiff "USNS Rappahannock" mit einem Maschinengewehr feuerte, ereignete sich laut dem US-Verteidigungsministerium vor Dschebel Ali, einer Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten zwischen Abu Dhabi und Dubai. Das Motorboot habe sich dem Öl-Versorgungsschiff schnell angenähert und auf Warnungen nicht reagiert, erklärte das Pentagon.

Sowohl al-Hidan als auch ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums in Washington kündigten eine Untersuchung des Vorfalls an. Die US-Marine hatte ihre Präsenz im Golf in den vergangenen Monaten verstärkt und dies mit einer möglichen Bedrohung durch den Iran begründet. Die iranischen Revolutionsgarden verfügen über zahlreiche kleine Schiffe mit Raketenwerfern.

"Seit 2000 passen wir auf die kleinen Schiffe genau auf", sagte der Pentagon-Vertreter. Im Oktober 2000 war mit einem kleinen mit Sprengstoff beladenen Schiff im Hafen von Aden in Jemen ein Anschlag auf den US-Zerstörer "USS Cole" verübt worden. Dabei wurden 17 US-Marinesoldaten getötet und 40 weitere verletzt. Zu dem Angriff bekannte sich das Al-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden, den ein US-Sonderkommando im Mai 2011 in Pakistan tötete.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Persischer Golf: US-Marine tötet indischen Fischer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ...mit Sicherheit wird es so gewesen sein - er hat provoziert! Vielleicht hat er es ja mit Krebsen beworfen?

  • Sich einem Kriegsschiff
    mit hoher Geschwindigkeit zu nähern und auf zurufe nicht zu reagieren bedeutet nicht nur im Persischen Golf den tot

  • Ich war früher of in Dschebel Ali fischen, selbstverständlich mit eine Motorboot was sonst. Da gibt es jede Menge Königs Makrelen und Barracuda an den Steilwänden der Fahrrinne.

    Boote fahren nun mal flott um den Bug aus dem Wasser zu heben, sogenanntes planing, dadurch wird Treibstoff gespart und ausserdem kommt man schneller voran.

    Hier hat mal wieder ein Ami durchgedreht, mehr nicht. In den UAE ist es üblich "blood money" zu zahlen um die Angehörigen von Verstorbene abzusichern, hoffentlich zahlen die Amerikaner wenigstens das denn die Angehörigen in Indien haben keine soziale Absicherung.

    Ohne der Vater der regelmässig Geld schickt droht der Abstieg bis zum Hungertod.


Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%