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Pessimistisch nach Davos: Spitzenmanager schreiben 2009 bereits ab

Unter dem Eindruck der tiefen globalen Rezession ist die Zuversicht der Manager von führenden Unternehmen der Welt auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gesunken. Nur 21 Prozent der Manager gehen mit positiven Geschäftserwartungen in das Jahr 2009, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zeigt.

Top-Manager fahren pessimistisch zum Weltwirtschaftsforum nach Davos. Foto: Reuters Quelle: Reuters
Top-Manager fahren pessimistisch zum Weltwirtschaftsforum nach Davos. Foto: Reuters Quelle: Reuters

DAVOS. Die Untersuchung wurde in Davos im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums vorgestellt. Vor einem Jahr hatte sich noch die Hälfte der befragten Unternehmer zuversichtlich gezeigt.

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"Das Tempo und die Intensität der Rezession hat die Psyche der CEOs erschüttert und eine globale Vertrauenskrise ausgelöst", sagt Samuel DiPiazza, Vorstandschef von PwC. Ein Viertel der Befragten blickten inzwischen pessimistisch in die Zukunft. "Die CEOs sind äußerst besorgt über die Überlebenschancen ihrer Unternehmen." Der Pessimismus der Manager erstreckt sich auf alle geografischen Regionen, Geschäftsfelder und wirtschaftliche Aktivitäten. Während im vergangenen Jahr erste Sorgen über eine konjunkturelle Verschlechterung nur bei den Führungskräften aus den USA, Japan und Westeuropa zum Ausdruck kam, fühlen jetzt auch die Manager aus anderen Ländern die volle Wucht der Krise.

"Besorgniserregend ist der drastische Stimmungswandel in den Schwellenländern. Die deutliche Verschlechterung der Geschäftserwartungen ist ein Beleg dafür, dass sich die gegenwärtige Rezession anders als frühere Krisen nicht auf einige Wirtschaftsregionen beschränkt, sondern eine globale Herausforderung ist", sagt Hans Wagener, Sprecher des Vorstands von PwC Deutschland.

Dennoch: Ausgerechnet deutsche Manager sind vergleichsweise optimistisch. Während sich die Geschäftserwartungen der Vorstandschefs aus etablierten Industriestaaten gegenüber der Vorjahresumfrage weiter verschlechtert haben, geben sich die deutschen CEOs vergleichsweise optimistisch. Immerhin 17 Prozent gehen fest von einem Umsatzwachstum aus, während das nur für 13 Prozent der Chefs von US-Unternehmen gilt.

Allerdings schätzen deutsche Spitzenmanager die Chancen ihres eigenen Unternehmens sehr viel schlechter ein als die Gesamtaussichten. Offenbar herrscht die Hoffnung vor, anderen Branchen und Unternehmen könne es besser ergehen. So glauben nur neun Prozent der CEOs aus Deutschland an eine positive Entwicklung ihrer Branche auf Sicht der nächsten drei Jahre - im weltweiten Mittel erwarten 20 Prozent der Befragten Erlössteigerungen in ihrem Wirtschaftszweig.

Ungebrochen optimistisch ist die Stimmung in Indien ergibt sich ein anderes Bild: Dort sind 70 Prozent der CEOs noch erstaunlich optimistisch. Im vergangenen Jahr zeichneten sich die deutschen Unternehmer noch durch eine überdurchschnittliche Zuversicht aus. Dieses Bild hat sich nun gewandelt, die deutschen Exporte brechen immer stärker ein.

Grundlage der Studie "12th Annual Global CEO Survey 2008" von PwC, die alljährlich zum Auftakt des World Economic Forums vorgestellt wird, ist eine Managerbefragung. PwC interviewte im vierten Quartal 2008 insgesamt 1 124 CEOs von Unternehmen aus 50 Ländern nach ihrer Einschätzung.

Mit einer schnellen Konjunkturerholung rechnen nur wenige. Nur 34 Prozent gehen davon aus, dass sich die geschäftlichen Perspektiven in den nächsten drei Jahren wieder verbessern. Gut zwei Drittel sehen ihre Expansionspläne akut gefährdet, nur ein Viertel trägt sich aber mit dem Gedanken, Personal abzubauen. "Die Personalplanung der CEOs überrascht nur auf den ersten Blick. Angesichts des latenten Fachkräftemangels wird verständlich, dass die Unternehmen qualifiziertes Personal nach Möglichkeit auch in Krisenzeiten an sich binden wollen", kommentiert Wagener. Als problematisch erweist sich die restriktive Kreditversorgung durch die angeschlagenen Banken: Die Mehrzahl der CEOs erwartet höhere Finanzierungskosten und überlegt deshalb, geplante Investitionen zu verschieben.

Trotz Krise und schwankenden Energie- und Rohstoffkosten wollen die meisten Unternehmer ihre Geschäftsmodelle so weit wie möglich erhalten. Mehr als vier Fünftel versuchen durch Effizienzverbesserungen Kosten zu senken oder durch neue Technologien die Abhängigkeit von teuren Energieträgern zu senken. Dass der Staat die wirtschaftlichen Risiken langfristig in den Griff bekommen wird, glaubt nur die Hälfte der Unternehmer. Die anderen gehen davon aus, dass sich die globalen Spannungen verschärfen werden, dass sich die Gruppe der sieben führenden Industrienationen neuen Herausforderern aus den Schwellenländern stellen muss und dass die Kluft zwischen Arm und Reich weiter aufreißt.

Die Intensität der Krise hat die meisten Unternehmer ebenso überrascht wie die Politiker. Das hat zwar zu einem kurzfristigen Vertrauensverlust geführt. Gleichwohl erwarten die Manager von den Regierungen jetzt klare und konsistente Entscheidungen. Dass der Staat in die Finanzmärkte eingreift, findet ihre Unterstützung. 57 Prozent erwarten, dass er sich auch für eine globale Harmonisierung von Steuergesetzen und Rahmenrichtlinien einsetzt. Fast ebenso viele (55 Prozent) befürchten allerdings, dass staatliche Überregulierung zu einem Wachstumshindernis werden könne. Und 57 Prozent bemängeln, dass es den Regierungen nicht gelungen sei, die bürokratischen Bürden abzubauen.

Daher betrachten die Manager es als Kernaufgabe von Staaten und global tätigen Unternehmern, jetzt gemeinsam geschäftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die dazu beitragen, sowohl eine stabile Wirtschaftsordnung wiederherzustellen als auch eine engere Zusammenarbeit zu ermöglichen, um Risiken und Chancen in der Globalisierung effektiv zu erfassen. Der Staat, so wünschen es die Führungskräfte, soll sich dabei intensiver um Klimaschutz, den Ausbau der Infrastruktur und den Mangel an ausgebildeten Arbeitskräften kümmern.

Insgesamt wünschen sich die Manager mehr Orientierung von der Politik in Zeiten, in denen die globalen Trends nicht eindeutig zu erkennen sind. Denn nur 23 Prozent der CEOs glauben, dass sie über genügend Informationen über die Risiken verfügen, die ihre Geschäfte betreffen. 92 Prozent halten eine genaue Risikoanalyse gleichwohl für einen zentralen Schlüssel für den langfristigen Erfolg ihrer Geschäfte.

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