Pestizide EU-Kommission will für Bienen kämpfen

Für Landwirte wichtig, für Bienen giftig: Nach Glyphosat stehen mit den Neonicotinoiden wieder Pestizide auf dem Prüfstand. Umweltschützer warnen – die EU-Kommission will strengere Regeln für den Einsatz der Insektizide.
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Pestizide: EU-Kommission will für die Bienen kämpfen Quelle: dpa
Eine Gefahr für Bienen

Die Risiken für die Insekten sind vielschichtig: Pestizide verändern ihr Verhalten und können schon in geringen Mengen tödlich wirken. Manche sprechen von einem Bienensterben.

(Foto: dpa)

Berlin Als Karel Gott in den Siebzigerjahren die kleine Biene Maja besang, dachte noch niemand an eine Bedrohung für die summenden Insekten. In Majas Welt gab es genügend Futter, keine Parasiten und Insektengifte erst recht nicht. Heute weiß man: Bienen sind vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Umwelteinflüsse verändern ihr Verhalten, es kommt zu unerwarteten Winterverlusten, manche sprechen sogar von einem Bienensterben.

Experten zufolge sind daran unter anderem drei Insektizide schuld, deren Namen sperrig klingen: Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid. Sie gehören zur Gruppe der sogenannten Neonicotinoide. In der Landwirtschaft werden sie als Saatgutbeizmittel eingesetzt, um Schädlinge zu bekämpfen und die angebauten Pflanzen dadurch zu schützen. Doch ihre aggressive Wirkung entfalten sie auch gegen solche Tiere, deren Rückgang gar nicht beabsichtigt ist – darunter Bienen.

„Neonicotinoide lähmen oder töten Bienen bereits bei einer niedrigen Dosierung. Die letale Dosis für viele der Wirkstoffe beträgt etwa vier Milliardstel Gramm pro Biene“, sagt der britische Bienen-Experte Dave Goulson von der Universität Sussex. „Bei schwächerer Dosierung beeinträchtigen sie unter anderem die Navigation und das Lernen, reduzieren die Fortpflanzungsfähigkeit und unterdrücken das Immunsystem.“

Im Dezember 2013 entschied die EU-Kommission deshalb, den Einsatz der drei Neonicotinoide zu beschränken. So ist es derzeit EU-weit nicht erlaubt, die drei Insektizide etwa auf Rapssaat und beim Anbau von Kirschen, Äpfeln oder Gurken anzuwenden.

Doch die Beschränkung hat einige Lücken und für zahlreiche Pflanzen gibt es Sondergenehmigungen. So dürfen die Neonicotinoide zum Beispiel bei Hafer oder Weizen angewendet werden, wenn die Getreide zwischen Januar und Juni ausgesät werden.

Der Beschluss der Kommission im Jahr 2013 ging auf eine Risikobewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) zurück. Die Efsa erhielt auch den Auftrag, weitere Erkenntnisse zur Wirkung der entsprechenden Insektizide zusammenzutragen. Seit dem Jahr 2015 sammelt sie deshalb sämtliche wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Thema.

Eine abschließende Bewertung soll nach derzeitigem Stand im kommenden Februar vorliegen. Doch schon im November 2016 veröffentlichte die Efsa eine überarbeitete Version ihrer Empfehlung von 2013. Unter anderem wurde bestätigt, dass die beiden Neonicotinoide Imidacloprid und Clothianidin „einige Risiken für Bienen bergen“.

Die Europäische Kommission will auf dieser Grundlage am Dienstag und Mittwoch mit den EU-Mitgliedsstaaten im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel über eine weitere Beschränkung der drei Neonicotinoide diskutieren.

Darüber, wie genau eine neue Regelung formuliert werden soll, macht die Kommission derzeit keine Angaben. Laut Bundesumweltministerium hatte die Kommission aber im März Vorschläge unterbreitet, nach denen die drei Wirkstoffe nur noch in Gewächshäusern eingesetzt werden dürfen. Ob es diese Woche schon eine Entscheidung geben soll, war zunächst unklar.

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2 Kommentare zu "Pestizide: EU-Kommission will für Bienen kämpfen"

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  • Endlich mal ne klare Aussage der EU-Kommission. Sie wird heroisch um jede Biene kämpfen und uns stupide Bevölkerung vor Hunger, Unheil und Umweltvergiftung bewahren. Wenn es die EU nicht gäbe, müßte sie glatt erfunden werden. Wir schauen hoffnungsvoll in die Zukunft.

  • EU-Kommission will für Bienen kämpfen, sind die Imker und kämpfen sie auch für die Bordstein
    Schwalben ?

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