Peter Rouse
Stabwechsel im Weißen Haus

Der neue Stabschef von US-Präsident Barack Obama braucht keine große Bühne. Stattdessen glänzt er mit stiller Effizienz - eine Eigenschaft die den Demokraten nach den Kongresswahlen im November durchaus helfen könnte.
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WASHINGTON. Exakt zehn Minuten dauerte am Freitag das erste Briefing von Barack Obamas neuem Stabschef Pete Rouse. Zehn Minuten und nicht bis zu 60 Minuten, wie so oft bei seinem Vorgänger Rahm Emanuel. Der gefiel sich in der Pose des genialen Strippenziehers. Der 64-jährige Rouse „tickt“ da völlig anders. Er braucht keine große Bühne, kommt schnell zum Punkt, und dann geht es an die Arbeit. Rouse und Obama sind alte Bekannte. Rouse diente Obama schon als Stabschef, als dieser Junior-Senator im US-Kongress war – und dass, obwohl er sich eigentlich in den Ruhestand verabschieden wollte. Doch das Phänomen Obama faszinierte den Junggesellen, und er schob die Pläne auf, bis heute.

Rouse könnte der richtige Mann zur richtigen Zeit werden. Denn dort, wo Emanuel mit seiner phasenweise selbstverliebten und oft harschen Art provozierte, wirkt Rouse lieber im Stillen. Und genau diese Eigenschaften könnten jetzt gebraucht werden, sollten die Demokraten im November ihre Mehrheiten im Kongress verlieren. Obama müsste seine Politik mit einer erstarkten republikanischen Partei verhandeln. Das wäre die Zeit des geschickten Strategen und nicht des Machtmenschen.

Der 51-jährige Emanuel hingegen will sein Glück als Bürgermeister von Chicago probieren – sofern er gewählt wird. Obama gab ihm hierfür am Freitag im Rosengarten des Weißen Hauses seinen Segen. Den intellektuellen Witz von Emanuel dürfte er künftig vermissen, Rouse’ Effizienz am Ende aber vielleicht noch mehr schätzen.

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent

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