Peter Wittig
"Nicht erst handeln, wenn es Tote gibt"

Die zwei Jahre, die Deutschland nicht-ständiges Mitglied im Sicherheitsrat sein wird, bringen Verantwortung aber auch Spielraum mit sich. Wie tritt Deutschland im Uno-Sicherheitsrat auf? Mit Berlins Uno-Botschafter Peter Wittig im Interview.
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Handelsblatt: Welche großen Herausforderungen warten auf das neue Mitglied Deutschland?

Peter Wittig: Die große Herausforderung wird sein, zur Lösung oder zumindest Beruhigung von aktuellen Konflikten wie beispielsweise an der Elfenbeinküste substanziell beizutragen. Wir wollen aber, dass der Sicherheitsrat über den Tellerrand der akuten Krisen hinausschaut und die regionalen und globalen Bedingungen, die zum Ausbruch von Konflikten führen, in den Blick nimmt. Wir wünschen uns einen vorausschauenden Sicherheitsrat, der nicht erst dann handelt, wenn bereits die ersten Meldungen über Tote und Verletzte eingehen.

Handelsblatt: Deutschland ist drittgrößter Geber für die Uno und gilt als verlässlicher internationaler Partner. Nehmen Sie Anregungen von Nichtmitgliedern des Sicherheitsrates für Ihre Arbeit an?

Wittig: Selbstverständlich. Die Mitglieder der Vereinten Nationen haben uns bei den Wahlen zum Sicherheitsrat ein großes Vertrauen ausgesprochen. Dem wollen und müssen wir gerecht werden. Und dazu gehört es, transparent und zugänglich zu sein. Wir wollen im Sicherheitsrat nicht als Sachwalter enger nationaler Interessen auftreten, sondern die Uno insgesamt stärken.

Handelsblatt: Der Sicherheitsrat trifft sich auch zu Krisensitzungen. Müssen die Botschafter immer Gewehr bei Fuß stehen?

Wittig: Die Krisenreaktion ist eine der wichtigsten Aufgaben des Sicherheitsrates. Deshalb sind alle Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten des Sicherheitsrates nicht nur rund um die Uhr erreichbar, sondern auch ständig persönlich in New York präsent.

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