Petersberger Klimadialog
Gauck mahnt Klimaschutz-Anstrengungen an

Klima-Experten aus aller Welt sind nach Berlin gekommen, um den UN-Gipfel in Paris vorzubereiten. Der Bundespräsident und die französischen Gastgeber warnen, dass bei einem Scheitern die Ärmsten der Welt leiden würden.
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BerlinBundespräsident Joachim Gauck hat vor einem Scheitern des Pariser Klimagipfels am Jahresende gewarnt. „Der Preis des Nichthandels wird immer höher, nicht nur in ökonomischer Hinsicht“, sagte er am Dienstag in Berlin, wo er anlässlich des Petersberger Klimadialogs Vertreter von mehr als 35 Ländern im Schloss Bellevue empfing. Die Weltgemeinschaft stehe am Scheideweg, die Staaten müssten mutiger sein und auch mehr Geld geben, mahnte das Staatsoberhaupt. 

Der französische Außenminister Laurent Fabius dämpfte Hoffnungen auf einen Durchbruch. Bislang reichten die von den Staaten vorgelegten nationalen Beiträge zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes bei weitem nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. 

Damit ist gemeint, die Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. „Die Situation ist dramatisch, wir müssen dringend handeln“, sagte Fabius in Berlin. Der Petersberger Klimadialog ist eine von mehreren internationalen Konferenzen, die Paris vorbereiten.  

Gauck betonte, die nationalen Klimaschutzbeiträge dürften nicht dazu führen, dass Staaten sich am Ende aus der Verantwortung stehlen. „Diese Beiträge sind zwar freiwillig, sollten aber dem entsprechen, was unsere Länder zu leisten in der Lage sind.“ 

Nach Angaben der französischen Regierung übermittelte nun Kanada als 37. von mehr als 190 Staaten seine Pläne für den Gipfel. Offen ist auch, ob es in Paris verbindliche Zusagen der Industrieländer gibt, wie versprochen ab 2020 pro Jahr 100 Milliarden US-Dollar (87 Milliarden Euro) für den Klimaschutz bereitzustellen. Deutschland will dafür beim G7-Gipfel im Juni auf Schloss Elmau in Bayern werben. Die größten CO2-Verursacher USA und China haben nationale Ziele vorgelegt, wollen sich aber keinem weltweiten Regime unterwerfen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) betonte, Paris werde nicht der Endpunkt sein. Mehr Klimaschutz sei ein Langstreckenlauf. „Bei einem Marathon ist es ja auch so, dass nicht alle in der gleichen Geschwindigkeit starten. Manche nehmen erst später Fahrt auf.“ Hendricks schlug vor, in Paris zu vereinbaren, alle fünf Jahre nationale Klimaziele zu überprüfen und, wenn nötig, anzupassen.   

An diesem Dienstag werden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident François Hollande beim Klimadialog erwartet. Opposition und Umweltverbände verlangen von Merkel, sich klar zum deutschen Klimaschutzziel bis 2020 (40 Prozent weniger CO2-Ausstoß als 1990) sowie zu einem schrittweisen Kohle-Ausstieg zu bekennen. 

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Politik und Klimaforscher jagen derzeit dem sogenannten 2 Grad-Ziel hinterher. Im wesentlichen geht es dabei um eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen (u.a. CO2) in die Atmosphäre, um die Erderwärmung bis 2030 auf 2 Grad zu begrenzen. Allerdings führt die Erderwärmung u.a. zum Auftauen der Permafrostböden, was wiederum zu einer Freisetzung von Kohlenstoffgasen (vorwiegend Methan) führt. Dieser Effekt ist noch gar nicht in den Klimamodellen abgebildet. In den oberen 3 Metern der Permafrostböden weltweit sind rd. 1000 Giga Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Im Vergleich hierzu: in der gesamten Erdvegetation weltweit sind rd. 600 Giga Tonnen Kohlenstoff gespeichert!
    Daraus lässt sich vermuten, dass die Klimaziele bei den halbherzigen, zusätzlich mit Rechentricks geschönten Aktionen unserer Klimapolitik krachend verfehlt werden.
    Was tun? Klimaschutzziele weiter verschieben? Auf die nächste Eiszeit warten?
    Diese Frage hat sich auch Singer-Songwriter Sigismund Ruestig gestellt:
    http://youtu.be/s7Ivdm2-ZCQ

    http://youtu.be/-q0gF597WEA
    Viel Spaß beim Anhören.

  • IM Larve sabbert zu jedem Thema seine Monologe. Wer nimmt den Tünnes noch ernst?

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