Petersburger Wirtschaftsforum
Putin nimmt Trumps Klima-Ansage locker

Trumps Klima-Entscheidung spielt Russlands Präsident Putin in die Hände. Ausnahmsweise ist nicht der Kreml der Außenseiter auf der großen Bühne der Weltpolitik. Trotzdem verzichtet Putin darauf, die USA anzuprangern.
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St. PetersburgDer Sturm, den Donald Trumps Ausstieg aus dem Klimavertrag ausgelöst hat, schlägt Wellen bis nach St. Petersburg: Außenpolitik sei eine „der zynischsten Angelegenheiten“, sagte der Chef der russischen Staatsholding für Nanotechnologie Anatoli Tschubais auf dem Internationalen Wirtschaftsforum. „Der US-Präsident hat erklärt, dass ihm die Interessen der nächsten Generation egal sind“, klagte er. Für Moskau habe dies den Vorteil, dass nun ausnahmsweise einmal Russland auf der Seite der Mehrheit stehe, während sich die USA isolierten, ließ der ehemalige Chefprivatisierer Russlands seinen eigenen reichen Erfahrungsschatz mit Zynismus durchblicken.

Tatsächlich will sich die russische Regierung an ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen halten. Präsident Wladimir Putin allerdings lässt vorerst offen, auf welche Seite er sich in dem Streit schlägt. Das Pariser Abkommen sei ein richtiges Dokument im Kampf gegen die Klimaerwärmung, „aber ich würde Trump nicht verdammen“, weil er den Austritt der USA erklärt habe, sagte Putin in der Plenar-Diskussion des Internationalen Wirtschaftsforums in St.Petersburg.

Der russische Präsident kritisierte den „Lärm“, der um Trumps Entscheidung gemacht wurde. Man solle stattdessen besser an einer „konstruktiven Lösung“ arbeiten, schlug er vor und zeigte sich optimistisch, dass diese auch gefunden werde. „Don’t worry, be happy“, schloss er unter dem Beifall des Auditoriums.

Das Wirtschaftsforum ist für Putin ein Heimspiel. Die Themensetzung des Forums unterscheidet sich mit Debatten über Digitalisierung und Weiterbildung, neuen Energien und Klimaschutz, kaum von westlichen Pendants. Vor allem aber dient es stets als Bühne für Putins großen Auftritt – die er sich in diesem Jahr mit den Nebendarstellern Narendra Modi (Premier Indiens), Christian Kern (Kanzler Österreichs) und Igor Dodon (Präsident der Republik Moldau) teilte.

Nutzte Putin den Auftritt zunächst zur Eröffnung seiner offiziell noch gar nicht bekanntgegebenen Wahlkampagne, indem er den Beginn des Aufschwungs und der Digitalisierung in Russland verkündete, drehte sich in der Diskussion anschließend alles um das Thema Außenpolitik, in der Putin lustvoll austeilte, ohne Kontra befürchten zu müssen.

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  • Ich nehm das auch locker. Sollen die blöden Europäer sich doch weiter an dem Klimaschwindel hochziehen! Die brauchen das.

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