Pharmabranche
Genzyme-Übernahme durch Sanofi wohl sicher

Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis hat Kreisen zufolge eine Grundsatzvereinbarung zur Übernahme des Biotechunternehmens Genzyme erzielt. Der Kaufpreis belaufe sich auf 74 Dollar je Aktie und damit insgesamt 19,2 Milliarden Dollar.
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BostonHinzu kommen demnach weitere Gelder, die an den Erfolg eines Genzyme-Medikaments gegen Multiple Sklerose (MS) geknüpft sind. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von zwei mit der Situation vertrauten Personen. Die Einigung werde voraussichtlich spätestens am Mittwochmorgen (US-Ortszeit) bekanntgegeben, hieß es weiter. Die Führungsgremien beider Unternehmen wollten in Kürze über die Einigung abstimmen. Sanofi konnte zunächst nicht für eine Stellungnahme erreicht werden, während Genzyme eine Einigung nicht bestätigen wollte. An der New Yorker Börse zogen Genzyme-Papiere um rund vier Prozent auf 74,35 Dollar an. Die in New York gelisteten Papiere von Sanofi kletterten um rund zwei Prozent.

Mit Genzyme könnte Sanofi seine Stellung im weltgrößten Pharmamarkt USA ausbauen. Genzyme hat sich auf Präparate zur Behandlung wenig verbreiteter Krankheiten spezialisiert, mit denen höhere Margen zu erzielen sind. Für 2011 peilt der Konzern fünf Milliarden Dollar Umsatz an. Wie bei den Rivalen laufen auch bei Sanofi in absehbarer Zeit Patente aus, und die Konzernlabors liefern nicht genug Nachschub an neuen Wirkstoffen, um die Ausfälle auszugleichen. Sanofi hatte seinen Plan erstmals im Mai 2010 öffentlich gemacht. Später wandte sich der Konzern mit einem Angebot von 69 Dollar pro Aktie direkt an die Aktionäre von Genzyme. In den vergangenen Wochen haben beide Firmen direkt miteinander verhandelt.

Die zusätzlich zum Kaufpreis vereinbarten sogenannten Nachbesserungsrechte (Contingent Value Rights) beziehen sich auf den Genzyme-Hoffnungsträger Lemtrada gegen MS und wurden in der Vergangenheit auf rund fünf bis sechs Dollar je Aktie beziffert. Während die ursprüngliche Offerte von Sanofi den Jahresumsatz des Präparats mit rund 700 Millionen Dollar ansetzt, traut Genzyme dem Mittel 3,5 Milliarden zu. Der US-Konzern ist auch wegen seines größten Umsatzträgers Cerezyme attraktiv, der knapp ein Fünftel zu den Erlösen beisteuert. Das Mittel wird gegen die seltene Erbkrankheit Gaucher eingesetzt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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