Pharmahersteller
Brüssel will Pillen-Einführung beschleunigen

Der EU-Industriekommissar Tajani möchte Bürokratiehürden für neue Medikamente abschaffen, damit Mittel schneller in den Verkauf kommen. Das soll mehr Wettbewerb ermöglichen und letztlich auch die Konsumenten entlasten.
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BrüsselZugelassene Medikamente sollen künftig schneller auf den europäischen Markt kommen. Dazu hat die EU-Kommission die Entscheidungsgrundlagen der Mitgliedstaaten über Preisfestsetzungen und Erstattungsregeln überarbeitet. Eine entsprechende Neufassung der Transparenzrichtlinie legt Industriekommissar Antonio Tajani heute vor. Ziel ist es, innovative Medikamente innerhalb von 120 anstatt von 180 Tagen in den Verkauf zu bringen. Bei Generika soll sich der Zeitraum nach dem Willen der Kommission sogar von 180 Tagen auf 30 Tage verkürzen.

„Ein dynamischer Markt für pharmazeutische Produkte muss den Menschen den bestmöglichen Zugang zu Medizinprodukten geben“, begründet Tajani den Vorstoß. Der Kommissionsvorschlag werde helfen, die öffentlichen Gesundheitsbudgets zu entlasten und das Umfeld für pharmazeutische Unternehmen berechenbarer zu machen.

Die Pharmabranche steht dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber. „Die Pläne können zu einer schnelleren Marktdurchdringung führen und für mehr Rechtssicherheit sorgen“, sagt Alexander Natz, der den Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) auf europäischer Ebene vertritt. Die Umsetzung bisheriger Regeln sei defizitär gewesen.

Tatsächlich monieren Branchenvertreter, dass bis dato kein wirklicher gemeinsamer europäischer Markt für Arzneimittel existiere. Als Ursache dafür gilt der Umstand, dass die Preise für verschreibungspflichtige Arzneimittel in den meisten EU Ländern erheblichen staatlichen Eingriffen unterliegen, hatte auch der Verband der Forschenden Arzneimittelhersteller in der Vergangenheit bemängelt. Die EU-Kommission stellte im Jahr 2009 massive Verzögerungen bei den Verfahren zur Preisfestsetzung und zur Erstattung innerhalb der EU fest. Nicht selten dauert es bis zu zwei Jahre, bis ein nach Sicherheits- und Qualitätsuntersuchungen zugelassenes Medikament in den Verkauf kommt. Vor allem südeuropäische Staaten und auch Belgien gelten hier als schwerfällig.

In Deutschland kommen zugelassene Medikamente zum vom Hersteller festgelegten Preis umgehend auf den Markt. Preiseingriffe zugunsten der Krankenversicherten finden jedoch im Nachhinein zum Beispiel durch Festlegung von Erstattungshöchstbeträgen oder auf der Basis einer Schnellnutzenbewertung ausgehandelter Rabatte auf die Listenpreise statt.

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  • Ich habe bisher von 30-40% gehört. Wie dem auch sei, in dem Zusammenhang sollte man sich mit dem Fall Sawicki befassen. Nicht alles unter Rotgrün war Mist. Rückwirkend betrachtet könnte man sagen, "sie haben es immerhin versucht."

  • Achtung ! Viele Pillen und sogenannte Medikamente sind einfach GIFT ! Wer meint, wenn er überlastet ist, und nervlich angeschlagen, er könne einfach eine "Superpille" einwerfen dann geht es wieder liegt falsch. Es wird eher SCHLIMMER ! Deswegen wollen ja Pharmafimen, das man das Zeugs nimmt. Ständig in der BLÖD-Zeitung "Die 100 besten Medikamente - was wirklich hilft !" Achtung, vorsicht. Man muß schon ganz genau überlegen, was man wann nimmt. Ich sage nicht, daß es fälle gibt wo man wirklich zu Medizin greifen muß. Aber ständig Medizin einzunehmen ist QUATSCH ! Halsschmerztabletten sind völlig sinnlos, immer gleich Antibiotika bei Grippe ist auch Quatsch.
    Aber klar, die "Sklaven" sollen möglicsht schnell wieder bereit stehen und weiterschaffen - außerdem sollen sie schön langsam vergiftet werden - es ist nicht genug Platz da für alle

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