Pharmakonzerne
Preisnachlässe für den guten Zweck

Die Organisation Gavi finanziert lebensrettende Impfstoffprogramme für arme Länder. Dem finanziell angeschlagenen Programm wollen nun mehrere Arzneimittelhersteller deutliche Preisnachlässe gewähren.
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London Mehrere große Arzneimittelhersteller wollen ihre Preise für lebensrettende Impfstoffe in Entwicklungsländern senken. Dazu zählen unter anderem Vakzine für durch den Rotavirus ausgelöste Durchfälle, kündigte die Impfstoff-Allianz Gavi am Montag in Genf an. An der Global Alliance for Vaccination and Immunisation (Gavi) sind Regierungen, Unternehmen und Organisationen wie die Weltbank und Unicef beteiligt. Sie finanziert Impfstoffprogramme für arme Länder, die westliche Arzneimittelpreise nicht zahlen können.

Durchfallerkrankungen durch den stark ansteckenden Rotavirus zählen zu den weltweit häufigsten Todesursachen von Kindern unter fünf Jahren. In den Entwicklungsländern sterben besonders viele Kinder daran.

Der britische Pharmariese GlaxoSmithKline kündigte an, Gavi seinen Impfstoff Rotarix zu einem um 67 Prozent günstigeren Preis als üblich zu verkaufen. Auch der US-Konzern Merck & Cobietet Preisnachlässe für seinen Rotavirus-Impfstoff Rotateq an. Jedes Jahr sterben weltweit mehr als 500.000 Kinder an solchen Durchfallerkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte 2009 gefordert, dass alle Länder Impfprogramme gegen den Rotavirus auflegen sollten. Gerade ärmere Länder können dies aber häufig finanziell nicht stemmen.

Neben Glaxo wollen und Merck & Co wollen auch Johnson & Johnson sowie die französische Sanofi-Aventis Preise für Impfstoffe senken. Sanofi und J&J teilten mit, die für Gavi geltenden niedrigeren Preise für Fünffach-Impfstoffe, die unter anderem vor Diphterie, Keuchhusten und Tetanus schützen, auf weitere Länder auszuweiten. Sanofi zufolge gilt das auch für einen Impfstoff gegen Gelbfieber sowie ein Rotavirus-Vakzin, das von der indischen Tochter Shantha entwickelt wird. Merck kündigte zudem an, Gavi seinen Impfstoff Gardasil gegen Gebärmutterhalskrebs zu einem deutlich niedrigeren Preis anzubieten. Auch die indischen Firmen Serum Institute und Panacea Biotec wollen für Gavi Preise ihrer Fünfachimpfstoffe senken.

Bei der Gavi klaffte zuletzt eine Finanzierungslücke von 3,7 Milliarden Dollar für Vorhaben bis 2015. Daher hatte Gavi nach weiteren Spendengeldern und Preiskürzungen Auschau gehalten, um die Lücke zu schließen.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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