Philippinen
IS-Unterstützer befreien Mitkämpfer aus Gefängnis

Rund 50 islamistische Kämpfer haben auf den südlichen Philippinen ein Gefängnis gestürmt und acht Mitstreiter befreit. Die Angreifer gehörten zu einer Gruppe namens Maute, die dem IS die Treue gelobt hat.

ManilaBewaffnete Kämpfer einer philippinischen Islamistengruppe haben im Süden des Landes ein Gefängnis gestürmt und mehr als 20 Insassen befreit. Etwa 50 schwer bewaffnete Mitglieder der Gruppe Maute seien am Samstag in das Gefängnis in Marawi eingedrungen, teilte Provinz-Polizeichef Agustine Tello am Sonntag mit. Sie hätten acht Kameraden befreit, auch 15 anderen Häftlingen gelang laut der Gefängnisaufsicht die Flucht.

Die acht befreiten Islamisten waren erst vor wenigen Tagen festgenommen worden, weil Soldaten bei einer Kontrolle selbst gebaute Bomben und Pistolen in ihrem Lieferwagen gefunden hatten. Der Gefängnisaufseher der Provinz, Acmad Tabao, sagte, auch 15 Häftlinge, die wegen anderer schwerer Verbrechen einsaßen, seien geflohen. Zuvor hatte die Polizei von insgesamt 28 geflohenen Gefangenen gesprochen.

Tabao sagte, zwei Frauen seien an das Gefängnistor gekommen und hätten die Wache gebeten, eine Essenslieferung für die Gefangenen anzunehmen. Als die Wache das Tor geöffnet habe, seien vermummte Männer eingedrungen. Als die Maute-Kämpfer das Gefängnis in einem Fahrzeug der Anstalt verließen, riefen sie laut Tabao „Allahu Akbar“ (Gott ist groß). Sie seien zu einem See gefahren und dort in ein Boot gestiegen.

Die Behörden kündigten an zu prüfen, warum die Gefängniswärter die Erstürmung der Haftanstalt nicht abwehrten und warum die Sicherheitsvorkehrungen angesichts der Hoch-Risiko-Insassen nicht verschärft worden waren.

Maute ist eine von vielen muslimischen Gruppen in der südphilippinischen Region Mindanao, der Hochburg der Muslime in dem ansonsten katholisch geprägten Land. Der Gruppe werden Entführungen und Bombenanschläge angelastet. Außerdem wird vermutet, dass sie hinter einem Angriff auf einen Armeeposten in Butig im Februar steckt. Diesem folgten einwöchige Kämpfe mit vielen Toten, die tausende Menschen in die Flucht trieben.

Die Angreifer hatten damals nach Angaben des Militärs die schwarzen Fahnen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) geschwenkt. Außerdem seien in ihrem Stützpunkt Stirnbänder mit IS-Zeichen gefunden worden.

Auf den Philippinen gibt es immer wieder Massenausbrüche aus Gefängnissen, oft sind muslimische Extremisten beteiligt. 2009 hatten mehr als hundert bewaffnete Männer ein Gefängnis auf der südphilippinischen Insel Basilan gestürmt und 31 Häftlinge befreit, darunter muslimische Aufständische.

Muslimische Aufständische kämpfen seit vier Jahrzehnten gegen die philippinische Führung. Bereits mehr als 120.000 Menschen starben in dem Konflikt. Der neue philippinische Staatschef Rodrigo Duterte setzt sich für einen Friedensschluss mit den beiden größten muslimischen Rebellengruppen – Moro Nationale Befreiungsfront und Moro Islamische Befreiungsfront – ein, die bereits eine Feuerpause mit der Regierung vereinbarten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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