Philippinischer Präsident Duterte
Per Teufelspakt zum Friedensfürsten

Der nächste philippinische Präsident Rodrigo Duterte mag Diplomaten vor den Kopf stoßen und Menschenrechtler entsetzen. Er hat aber trotzdem die Chance, als Friedensfürst Geschichte zu schreiben.

ManilaDen abgetrennten Kopf des Kanadiers deponierten die Terroristen vor zwei Wochen in einer Plastiktüte in der Nähe einer Polizeistation, die Drohung kam kurze Zeit später: Wenn die verlangte Millionensumme nicht flott gezahlt wird, wird die nächste Geisel ermordet – ein Kanadier oder ein Norweger. Seit Jahren finanzieren muslimische Extremisten im Süden der Philippinen ihr dreckiges Geschäft mit Geiselnahmen und Erpressungen. Der neu gewählte Präsident Rodrigo Duterte könnte die Karten im seit Jahrzehnten aussichtslosen Anti-Terror-Kampf jetzt neu mischen.

Der 71-Jährige ist der erste Präsident, der aus der Unruheregion stammt. „Damit ist er in der einmaligen Lage, die Gewalt dort zu beenden und den Terrorismus auszurotten“, sagt der in Singapur lehrende Terrorismus-Experte Rohan Gunaratna.

Seit 2010 sind in der Region durch Kämpfe fast eine halbe Million Menschen vertrieben worden und mehr als 460 umgekommen. Die Abu-Sayyaf-Terroristen haben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen. Die einflussreiche „Isis Study Group“ aus aktiven und ehemaligen US-Militäranalysten ist alarmiert. Splittergruppen könnten die Region demnächst als Aufmarschgebiet für Anschläge nutzen, meint sie: „Wenn man Philippiner oder Amerikaner in Südostasien ist, sollte man sehr beunruhigt sein.“

Nun kommt Duterte ins Spiel. Ihm eilt zwar vor allem ein Furcht einflößender Ruf voraus, weil in seiner Heimatstadt Davao Drogendealer und Kleinkriminelle umgebracht werden. Je nach Betrachtung gilt er als kompromissloser Verbrechensbekämpfer oder Menschenrechtsverletzer. Mit Rebellen pflegt er aber einen anderen Umgang: Seit er in Davao Bürgermeister ist, herrscht an der Front der kommunistischen Guerilla-Kämpfer Ruhe. Böse Zungen behaupten, er habe frustrierte Kämpfer als Killer für den Anti-Drogen-Kampf angeworben.

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„Das waren genau die richtigen Worte“

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