International
Pipelineprojekt mit Iran ist in Gefahr

Dem milliardenschweren Pipeline-Projekt „Nabucco“, das Gas vor allem aus Iran nach Europa transportieren soll, droht durch den Streit um das iranische Atomprogramm ein Rückschlag.

DÜSSELDORF. „Direkte negative Auswirkungen gibt es zwar bisher nicht. Klar ist aber: durch die Situation im Iran hat sich das Projekt nicht vereinfacht“, sagte der Chef des österreichischen Energiekonzerns OMV, Wolfgang Ruttenstorfer, dem Handelsblatt. OMV, das nach Börsenwert größte Industrieunternehmen Österreichs, ist der Initiator des Projekts und steht einem Konsortium aus vier Firmen vor.

Iran und der Westen streiten um das Nuklearprogramm Teherans. Sollten die Gespräche endgültig scheitern, drohen Iran Sanktionen. Davon könnte auch das OMV-Projekt betroffen sein. Die 4,6 Milliarden Euro teure Pipeline soll ab 2011 über 3600 Kilometer Gas von der türkisch-iranischen Grenze nach Europa befördern. Auf diese Weise könnten europäische Energiefirmen ihre Abhängigkeit von russischem Gas verringern. Iran ist nach Russland das Land mit den zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, exportiert bisher aber wenig.

Langfristig könne das Projekt ohne das iranische Gas nicht erfolgreich sein, weiß Ruttenstorfer. Für den Start seien aber Alternativen denkbar: „In der ersten Ausbauphase könnte man sich auf andere Herkunftsquellen für das Gas beschränken, wie zum Beispiel Aserbaidschan.“ Sollte Iran mittelfristig wegen Wirtschaftssanktionen ausfallen, bekämen auch die Pläne des größten deutschen Energiekonzerns Eon, Gas von dort zu beziehen, einen Dämpfer: Eon prüft derzeit alternative Bezugsquellen zum russischen Gas. Eine Möglichkeit wäre Gas aus dem Iran. Im Frühjahr hatte bereits eine Delegation vor Ort entsprechende Chancen ausgelotet.

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