Piraterie
Reeder lehnen Privat-Marine ab

Die Eindrücke des Angriffs auf das deutsche Schiff "Beluga Fortune" sind noch ganz frisch - doch die Reeder halten den Unterhalt eigener Abwehrkräfte für überflüssig. Die Briten denken darüber anders.
  • 0

HB DÜSSELDORF. Britische Reeder und Schiffsversicherer erwägen, mit einer private Schnellboot-Flotte gegen Piratenüberfälle vor Somalia vorzugehen. Die Pläne stoßen bei den deutschen Reedern aber auf Skepsis. „Wir halten das nicht für klug, private Armeen auf die offene See zu schicken“, erklärte der Verband Deutscher Reeder (VDR) der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). „Zudem gehen wir davon aus, dass eine solche Aktion nicht durch das internationale Seerecht gedeckt ist“, sagte VDR-Sprecher Max Johns.

Die Düsseldorfer Zeitung zitiert britische Pläne, 20 bewaffnete Schnellboote vor Afrika patrouillieren zu lassen. Die Privatmarine würde nach Berechnungen Londoner Versicherungen knapp zwölf Millionen Euro jährlich kosten. Die Verluste der Schifffahrt durch die Seeräuberei würden auf 115 Millionen Euro beziffert. Johns erklärte, auch ein möglicherweise sinnvoller Einsatz privater Kriegsschiffe vor Somalia würde einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen. „Wer weiß, wer sich dann mit Verweis darauf ebenfalls solche Flotten anschafft?“

Kommentare zu " Piraterie: Reeder lehnen Privat-Marine ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%