
Im Prozess gegen zehn mutmaßliche Piraten vor dem Hamburger Landgericht haben sich zwei der Angeklagten am Montag zur Tat eingelassen. Die beiden Männer haben gestanden, an dem Angriff auf das Hamburger Containerschiff "Taipan" vom 5. April 2010 beteiligt gewesen zu sein, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte.
Ein vermutlich 24 Jahre alter Beschuldigter sagte vor dem Landgericht, er habe Geld gebraucht, um seinen entführten Sohn freikaufen zu können. Der sei im Moment in der Gewalt eines Mannes, dem der Angeklagte mehr als 1000 Euro schulde. Sein etwa 21-jähriger Komplize ließ erklären, der Fischfang habe nicht mehr genug Einnahmen gebracht, um seine Familie zu ernähren. Mit der Aussicht auf bis zu 5000 US-Dollar Anteil habe er sich deshalb der Kaperfahrt angeschlossen.
Bereits Mittwoch vergangener Woche hatte einer der zehn Angeklagten die Tat indirekt gestanden, als er sich bei dem Kapitän der "Taipan" für die Attacke entschuldigte. Das Schiff war am Ostermontag letzten Jahres auf dem Weg von Haifa nach Mombasa, etwa 530 Seemeilen vor der Küste Somalias von Piraten attackiert worden. Ein Spezialkommando der niederländischen Fregatte "Tromp" befreite das 140 Meter lange Schiff der Hamburger Reederei Komrowski noch am selben Tag.
Seit dem 22. November müssen sich die zehn an Bord des Schiffes festgenommenen somalischen Männer wegen Angriffs auf den Seeverkehr und erpresserischen Menschenraubs vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die Verhandlung soll am 12. Januar fortgesetzt werden.
Wann werden endlich die Rückzugsräume der Piraten auf dem Festland "ausgeräuchert"? Oder hat man hieran gar kein interesse?
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