Pjöngjang
Nordkorea testet weiter Kurzstreckenraketen

Trotz Sanktionen testet Nordkorea erneut Kurzstreckenraketen, nachdem Pjöngjang bereits Raketen in östliche Gewässer feuerte. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilt die Tests als Provokation. Die Lage ist angespannt.
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SeoulUnbeirrt von internationalen Protesten hat Nordkorea am Wochenende weitere Kurzstreckenraketen getestet. Nach Berichten südkoreanischer Medien feuerte die Armee des kommunistisch regierten Landes an seiner Ostküste am Sonntag eine weitere Rakete kürzerer Reichweite ab, nachdem sie bereits am Samstag drei Flugkörper gestartet hatten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Test als Provokation. Die USA erklärten in einer Reaktion auf die Raketenstarts, Drohungen oder Provokationen würden die internationale Isolation Nordkoreas nur verstärken. Die USA und auch Großbritannien forderten das Land zur Zurückhaltung auf.

Das Abfeuern nordkoreanischer Raketen ist zwar keine Seltenheit, doch die jüngsten Warnungen aus Pjöngjang vor einem Atomkrieg haben die Spannungen auf der Halbinsel angeheizt. Das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung bedauerte den Test und forderte den Norden auf, zum Abbau der Spannungen beizutragen. Die beiden koreanischen Staaten sind auch 60 Jahre nach Ende der Kampfhandlungen noch immer im Kriegszustand.

UN-Generalsekretär Ban forderte den Verzicht auf weitere Tests. In einem Interview der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti rief er die Führung in Pjöngjang auf, die Atomgespräche mit den Weltmächten wiederaufzunehmen.

Pjöngjang führt regelmäßig Raketentests aus. Im März hatte Nordkorea zwei Kurzstreckenraketen, vermutlich vom Typ KN-02, an seiner Ostküste abgefeuert. Experten glauben, das abgeschottete kommunistische Land wolle damit die Zielgenauigkeit und Reichweite seiner Waffen verbessern. Vor kurzem hatte das Land nach Angaben der USA zwei für einen möglichen Test bestimmte Mittelstreckenraketen von der Startrampe abgezogen.

Die Regierung in Pjöngjang hatte im April die gemeinsamen jährlichen Frühjahrsmanöver von US-Streitkräften und südkoreanischem Militär als Anlass genommen, sogar mit einem Atomschlag zu drohen. Ein Berater des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe kehrte am Freitag von Gesprächen in Nordkorea zurück, ohne jedoch Details bekanntzugeben.

Nach Meinung von Analysten steckte hinter den Drohungen aus Nordkorea auch der Versuch, Washington zu Gesprächen über Hilfe im Gegenzug für eine Abrüstung zu bewegen. Nordkorea war zuvor für seinen jüngsten Atomwaffentest vom Februar von den Vereinten Nationen mit neuen Sanktionen bestraft worden.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pjöngjang: Nordkorea testet weiter Kurzstreckenraketen"

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  • Die Raketen Nordkoreas sind nicht so interessant wie die Raketen die Assad besitzt. Es sei denn, Nordkorea liefert
    direkt an Syrien Raketen oder aber über den Iran. Würde Israel ein Nachbar von Nordkorea sein, wäre wohl der Artikel hier als Dossier angelegt. Aber Nordkorea ist ein harmloses Thema aber mit Vorsicht, da ein Dreigespann Iran,Syrien,Iran viel Unruhe im Arabischen Raum verursachen könnte.

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