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12.07.2008 
Entführte Deutsche

PKK soll Berlin angeblich gewarnt haben

Deutsche Behörden sollen gut eine Woche vor der Entführung von drei bayerischen Bergsteigern in der Türkei vor Gewaltaktionen der Kurden-Organisation PKK gewarnt worden sein. In dem Kidnapping-Fall gab es am Samstag offiziell keine positive Entwicklung. Doch wurden neue Entführungen bekannt.

Offiziell gab es am Samstag keine neue Informationen über die entführten Deutschen. Foto: apLupe

Offiziell gab es am Samstag keine neue Informationen über die entführten Deutschen. Foto: ap

HB BERLIN/MÜNCHEN Das Bundeskriminalamt (BKA) habe nach Hinweisen der türkischen Polizei die Innenministerien auf die Gefahr von Anschlägen und Geiselnahmen in der Türkei aufmerksam gemacht, schreibt das Magazin "Der Spiegel". Zudem habe die PKK-Führungsebene die Bundesregierung vor "negativen Konsequenzen" ihrer Kurdenpolitik gewarnt. In dem Kidnapping-Fall gab es am Samstag offiziell keine positive Entwicklung. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bestätigte, dass auch in Nigeria zwei Deutsche entführt worden sind.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte an die Entführer in der Osttürkei, ihre drei Geiseln "umgehend und unversehrt freizulassen". Zugleich machte sie erneut deutlich, dass die Bundesregierung sich nicht erpressen lasse.

Über die Entführung will die Kanzlerin am Rande des EU-Mittelmeer- Gipfels an diesem Sonntag in Paris auch mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan sprechen. Steinmeier will dort mit seinem türkischen Kollegen Ali Babacan darüber reden, wie er am Rande eines Besuchs in Löcknitz in Mecklenburg-Vorpommern sagte.

Eine sechsköpfige deutsche Delegation, zu der zwei Polizisten gehören, nahm am Samstag nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Gespräche mit dem Governeur der osttürkischen Provinz Agri, Mehmet Cetin, und lokalen Militärs auf.

Der "Spiegel" berichtet, der Exekutivrat der Vereinigten Gemeinschaften Kurdistans - nach dem inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan so etwas wie die zweithöchste Instanz im Kampf der Kurden - habe Ende Juni die Bundesregierung aufgefordert, ihre "feindliche Politik gegen das Kurdische Volk und seine Befreiungsbewegung" aufzugeben. Kurz darauf habe die türkische Polizei dem BKA gemeldet, unter den Kurden im Land herrsche Unruhe - es könne zu Anschlägen und Entführungen kommen. Innenstaatssekretär August Hanning bestätigte solche Hinweise. Das BKA habe dann am 2. Juli die Innenministerien der Länder per Fernschreiben informiert, heißt es im Bericht weiter.

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