Plädoyer für offene Wirtschaft
„Lateinamerika driftet nicht links ab“

Der neue Präsident Costa Ricas, Oscar Arias, hat dem Eindruck widersprochen, Lateinamerika falle in die Hände linker Populisten.

MÜNCHEN/MEXIKO-STADT. „Es gibt auf dem Kontinent keinen Trend zu populistischen, Markt-feindlichen Regierungen“, sagte Arias dem Handelsblatt in München. Lateinamerika sei stabiler denn je. Er warb um Direktinvestitionen, um die Region tiefer in der Weltwirtschaft zu integrieren. Der liberale Politiker und Friedensnobelpreisträger von 1987 hatte am Wochenende Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen und sich das WM-Eröffnungsspiel angesehen.

Nach Ansicht von Arias ist das Phänomen des linken Populismus hauptsächlich auf Venezuela und Bolivien begrenzt. „Schauen sie sich Brasilien oder Chile an – diese Länder driften nicht nach links“, sagte der Präsident. Zwar finanziere Venezuelas Präsident Hugo Chavez linke Bewegungen auf dem Kontinent – aber gerade das habe bei der Wahl in Peru seinem Protegé Ollanta Humala „enorm geschadet“. Dort hatte sich Anfangs des Monats der moderat linke Alan Garcia gegen den Linksnationalisten Humala durchgesetzt. In Kolumbien sicherte sich der Konservative Alvaro Uribe gerade eine zweite Amtszeit.

Auch Lateinamerika-Experten warnen davor, die Politiker auf der linken Seite des Spektrums in einen Topf zu werden. So ist Chiles neue Präsidentin Michele Bachelet nominell Sozialistin, setzt aber die liberale Wirtschaftspolitik ihres Vorgängers fort. Ähnlich pragmatisch handelt Brasiliens Präsident, Ex-Gewerkschaftsführer Luiz Inacio Lula da Silva.

Arias ist Sozialdemokrat, hatte das 4,4 Millionen Einwohner kleine Costa Rica bereits von 1986 bis 1990 regiert und 1987 für seine Friedensbemühungen in Zentralamerika den Nobelpreis erhalten. Er vertritt eine wirtschaftsliberale Haltung – und setzte sich damit im Februar knapp gegen einen linksliberalen Kandidaten durch.

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