Plan der Regierung
Warum japanische Aufzüge Toiletten bekommen sollen

Die Regierung in Tokio bastelt an einer neuen Verordnung: Sie will, dass japanische Aufzügen künftig mit eigenen Toiletten und Trinkwasser ausgestattet werden – falls die Fahrgäste mal wieder länger feststecken.
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TokioJapans Regierung erwägt, die Aufzüge des Landes mit Toiletten und Notrationen von Trinkwasser auszustatten. Wie ein Regierungsvertreter am Mittwoch mitteilte, soll damit die Not bei den immer wieder vorkommenden Aufzugspannen nach Erdbeben gelindert werden. Erst am Samstag waren nach einem Erdstoß der Stärke 7,8 dutzende Menschen über eine Stunde lang ohne jede Versorgung in ihren Aufzügen eingeschlossen.

Bei einem Treffen zwischen Vertretern des Infrastrukturministeriums sowie der Aufzug-Industrie wurde nun beschlossen, die Möglichkeiten eines Einbaus von Toiletten in die Lifte auszuloten. In einigen neueren Aufzügen gibt es bereits Sitzgelegenheiten für die in Japan immer zahlreicher werdenden Senioren. Diese mit einem Toilettensitz für den Notfall auszustatten, wäre nach Angaben eines Industrievertreters eine Möglichkeit. Eine andere wären demnach zusammenklappbare Konstruktionen aus Pappe, die durch saugfähiges Material oder einen Plastikbeutel ergänzt werden könnten.

In Japan sind rund 620.000 Aufzüge in Ämtern oder Bürogebäuden im Einsatz, 20 Prozent davon allein in der Hauptstadt Tokio. Zugleich liegt das Land auf einer Schnittstelle von vier tektonischen Platten und wird daher regelmäßig von schweren Erdbeben erschüttert. Die Regierung rechnet für die kommenden Jahrzehnte mit einem besonders starken Beben in Tokio, bei dem bis zu 17.000 Menschen auf einmal in ihren Liften gefangen sein könnten.


afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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