Planungen sind bereits angelaufen
USA wollen Truppen in Afghanistan aufstocken

Die USA erwägen nach einem Zeitungsbericht die Entsendung von bis zu 7000 zusätzlichen Soldaten nach Afghanistan im kommenden Jahr. Dies sei nötig, weil die verbündeten Nato-Staaten wohl nicht genügend Streitkräfte zur Verfügung stellten, berichtete die „New York Times“ am Samstag unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Regierungsvertreter.

HB NEW YORK. Dies sei nötig, weil die verbündeten Nato-Staaten wohl nicht genügend Streitkräfte zur Verfügung stellten, berichtete die „New York Times“ am Samstag unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Regierungsvertreter. Nach der Aufstockung läge die Zahl der amerikanischen Truppen in Afghanistan dann bei rund 40.000 und damit auf dem höchsten Stand seit dem US-Einmarsch 2001. Ein Regierungsvertreter wurde mit den Worten zitiert, am Ende werde der Krieg in dem Land wohl wieder „amerikanisiert“.

Dem Bericht zufolge sind die Planungen für die Truppenaufstockung bereits angelaufen. Die endgültige Entscheidung werde aber vermutlich dem kommenden US-Präsidenten überlassen. Die Amtszeit von George W. Bush läuft im Januar aus. Nato-Kommandeure hatten unlängst erklärt, in Afghanistan würden etwa 10.000 weitere Soldaten benötigt. Bislang vorliegende Zusagen der Bündnismitglieder für eine Aufstockung erreichen diese Schwelle aber nicht annähernd.

US-Verteidigungsminister Robert Gates hielt es unterdessen für möglich, dass die USA das Kommando über die Nato-Truppen in Süd-Afghanistan übernehmen. „Das ist mit Sicherheit eine Überlegung wert“, sagte Gates. Es müsse geprüft werden, ob es sinnvoll sei, zwei Kommandostrukturen dort zu unterhalten. Allerdings müsse jede Änderung genau mit den Verbündeten abgesprochen werden.

In Afghanistan kämpfen 16.000 US-Soldaten als Teil einer Nato-Truppe mit einer Gesamtstärke von 47.000. An der ist auch die Bundeswehr beteiligt. Zusätzlich sind etliche tausend amerikanische Soldaten getrennt unter US-Befehl im Einsatz. Im Süden finden die heftigsten Kämpfe gegen die radikal-islamische Taliban statt. Die Bundeswehr nimmt daran nicht teil. Bush hatte am Freitag beim Kongress die Bewilligung von Ausgaben in Milliardenhöhe für die Kriege in Afghanistan und im Irak beantragt. Der Antrag über 70 Milliarden Dollar sieht 45,1 Milliarden Dollar allein für die Militäreinsätze in den beiden Ländern vor. Für die Ausbildung und Unterstützung der afghanischen und irakischen Sicherheitskräfte sollen 3,7 Milliarden beziehungsweise zwei Milliarden Dollar ausgegeben werden.

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