Pleitestaat am Abgrund: Nachhaltige Hilfe bietet nur der Schuldenschnitt

Pleitestaat am Abgrund
„Gegen Griechenland ist Zypern eine Pommesbude“

Nachhaltige Hilfe bietet nur der Schuldenschnitt

Insgesamt, so Krämer, summierten sich die Forderungen ausländischer Banken gegenüber Zypern auf 51,6 Milliarden Euro. Dies entspreche lediglich 0,17 Prozent aller grenzüberschreitenden Forderungen der Banken weltweit. Hiervon entfielen 15,3 Milliarden Euro auf griechische Banken. "Fallen diese Forderungen aus, müssten die griechischen Banken wohl erneut rekapitalisiert werden", sagte Krämer Handelsblatt Online. Aber hierfür seien Mittel im Hilfsprogramm für Griechenland reserviert. Auch ein Ausfall der 14 Milliarden Euro an zypriotischen Staatsanleihen dürfte für die Investoren in der Summe "wohl verkraftbar" sein, fügte er hinzu.

Nicht ohne Grund stellte Finanzminister Schäuble daher auch die Frage, ob Zypern für die Euro-Zone systemrelevant sei. „Ökonomisch würde eine Staats- oder Bankenpleite in Zypern andere Euro-Länder vermutlich nicht anstecken“, meinen die Commerzbank-Experten.

Über die Frage wird in der Troika noch gestritten. Aber selbst wenn die internationalen Geldgeber zu der Einschätzung kommen, dass Zypern aus Sorge um die Euro-Zone insgesamt gerettet werden muss - könnte das Land die Kredite überhaupt zurückzahlen?

Die 17,5 Milliarden Euro entsprechen fast dem Bruttoinlandsprodukt eines Jahres. Der Schuldenstand würde von jetzt 70 Prozent des BIP auf rund 170 Prozent hochschnellen, fast drei Mal so viel wie in der EU eigentlich erlaubt ist. Wie soll das Land mit seiner geringen Wirtschaftskraft Zins und Tilgung bedienen? Der IWF hat deshalb Zweifel an der Schuldentragfähigkeit Zyperns und verlangt einen Schuldenschnitt (Haircut) - was nur ein Synonym für die Staatspleite ist.

Hinzu kommen politische Probleme: Zypern ist selbst schuld an seiner Misere. Der Finanzsektor wuchs von 1995 bis 2011 um 240 Prozent, sein Anteil an der Gesamtwirtschaft erhöhte sich damit von 4,9 auf 8,8 Prozent. Das Land hat voll auf die Banken gesetzt und sich verzockt. Mit einem Steuersatz von zehn Prozent auf Unternehmensgewinne hat sich die Insel außerdem den Vorwurf des Steuerdumpings zugezogen. Der Bundesnachrichtendienst (BND) wirft der Regierung zudem vor, zu wenig gegen Geldwäsche zu tun. Die Insel ist bei Briefkastenfirmen sehr beliebt.

All das spricht nicht dafür, Zypern zu retten. Aber es gibt auch Gründe dafür, Milliarden nach Nikosia zu überweisen. Und diese könnten nach Einschätzung von Experten entscheidend sein. Das Land wird demnach als ein Brückenpfeiler Europas in den aufgewühlten Nahen Osten gesehen. Und auch für das Zusammenspiel mit der Türkei wird die geteilte Insel, deren Norden die Türkei seit 1974 besetzt hält, als zu wichtig betrachtet, um es anderen Mächten als Spielball ihrer Interessen zu überlassen.

Kommentare zu "„Gegen Griechenland ist Zypern eine Pommesbude“"

Alle Kommentare
  • Griechenland wurde gerettet um das spekulative Kapital der Reichen und der Banken zu retten. Die Lüge, dass der Euro oder der Frieden in Europa oder das Licht der Sonne gerettet urden glauben sichelrich nur die Dümmsten.

    In Zypern steckt haupsächlich das steuerfrei angelegte Kapital von Russen, die auch recht gern steuerfrei einkaufen. Einem Land, das sich auf ganzer Linie weigert Steuern zu erheben muss man die Milliarden wirklich nicht in den Arsch schiebn. Oder sollten irgenwelche Superreiche und Banken sich doch in dieser Steueroase engagiert haben?

  • Bis die naive Landpommeranze aus der Uckermark endlich kapiert, daß dieser verkorkste EURO- Verein ein Holzweg ist, haben die Partybrüder (PIIGS+Zypern) unsere Hilfsmilliarden längst abgefeiert....aber vielleicht beschleunigen ja ein paar intensive Nachhilfestunden beim cleveren Bruder Cameron die Erkenntnis etwas ?

  • Der Artikel ist doch wirklich schön. Zitat: "Dabei hält sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lediglich daran, was im Vertragstext zum Euro-Rettungsschirm ESM festgehalten wurde, nämlich, dass Hilfsleistungen an bestimmte Bedingungen gekoppelt sind."

    Tatsächlich, die Realsatire ist noch steigerungsfähig! ECt niedlich! Wann hat sich denn zum letzten Mal in Europa einer an Verträge gehalten, wenn es sich um Vermögensumverteilung zugunsten der Mittelmeerverbrecher und GS dreht? Den Vertrag, den Schäuble nicht "alternativlos" bricht, wenn die EU Druck macht, gibt es nicht. Mastricht und die CDU-Versprechen zur Einführung des Euro - kennt das vielleicht noch jemand??

    Mal am Rande: Ich bin auch systemrelevant! Ich hätte gerne 1 kleine Milliarde vom Rettungsfond. Ich verpflichte mich auch bei der EZB, bei Zahlung der Milliarde 100 Millionen an Goldman-Sachs zu überweisen. Aber so kleine Summen interessieren die dort ja nicht. Die wollen alles und noch viel mehr. Und Draghi wird dafür sorgen, dass sie es kriegen und wenn er dazu eigenhändig dem letzten Deutschen das letzte Konto plündern muss. Das tut er doch sowieso schon, indem er alle unsere früheren Aktiva in wertlose Forderungen an die EZB tauscht. Es gibt eben Raubzüge, die man vom Schreibtisch aus erledigen kann. Die vereinigten Gutmenschen und Weltenretter in Berlin wollen besch...n werden, also besch...t sie!

  • Die deutschen Bürger, von denen auch ganz viele verschuldet sind, sind leider nicht systemrelevant, sonst würde man sie retten. Aber nein, es gibt Insolvenzen, Hausver-
    steigerungen, Firmenpleiten, Existenznöte noch und nöcher. Deshalb wäre ich auch froh, man würde erst mal vor der Haustüre kehren.

  • Draghi und seinem Kofferträger Asmussen ist jedes Verbrechen recht, wenn es den Euro am Leben hält. Bei Schäuble ist es keineswegs anders. Nur muss sich dessen Chefin fürchten, dass Zypern Wahlkampfthema wird. Genau dort gehört es hin, auch wenn die SPD mit ihrem neuen Helden an der Spitze die größte Heuchlertruppe aller Zeiten ist. Rechtsstaat ade.

  • @Pommesbude

    Sehe ich nicht so. Wenn ihre Nachbarn jahrlang auf zu großen Fuß leben und sich überschulden, sehen sie sich dann in einer Pflichtbürgschaft, weil sie Nachbarn sind und das gleiche Geld nutzen?

    Entweder eine Gemeinschaftswährung funktioniert, weil sich alle Beteiligten an den Spielregeln halten oder sie MUSS aufgelöst werden. Die Fehlkonstruktion "Eurozone" ist eindeutig der 2.Fall.

    Wegen zuviel EUdSSR nach noch mehr EUdSSR zu rufen, ist sicher der falsche Weg. Die Briten machen es viel besser. Entweder es gibt eine WIN-WIN Situation oder es gibt keine Gemeinschaft!

    Der "Euro" ist eine Schnapsidee. Sowas wird nie funktionieren. Aber zum Glück gibt es den Privatausstieg. Der CDU-Abschaum kann ja weiter ein Sparbuch oder eine Lebensversicherung in Euro haben. Ich gönne es denen. Alle CDU-Mitglieder sind Abschaum und sollte auch so behandelt werden.

    In Niedersachsen haben wegen der illegalen Rettungspolitik die 3-4 Prozent der Stimmen gefehlt, die sie sonst mehr bekommen hätten und dadurch die Mehrheit gehabt hätten. Die Welt ist zumindest etwas gerecht.

  • Der Euro, wie alle Papierwährungen ist bereits zusammengebrochen, wird aber nur noch künstlich am Leben gehalten. Das ist so wie bei den Irren in der Psychatrie. Solange alle glauben, dass es gut geht ist es halt so. Das hat mit Realität nichts zu tun.

  • So ist das halt wenn man Goldman und Sachs Leute in die EU holt. Die wollen aus allem Kapital schlagen. Die haben wahrschein auch in UZypern investiert. Oder besser da GS jetzt auch in Russland investiert und Russland Geld in Zypern liegen hat darf Zypern nicht Pleite gehen. Genau wie Griechenland. Da bekommt GS ja auch jedes Jahr 400 Mio. € her usw.
    Also wir können davon ausgehen das Herr Draghi oder besser gesagt das GS konsorzium der EU solange auf die EU einhämmert bis Zypern unterstützt wird. Leider hat es noch keiner durchschaut. Ach quatsch ich vergass unsere Bundeskanzlerin wird ja auch von einem ehemaligen GS Mitarbeiter beraten. Da wird Deutschland schon irgendwann zustimmem. Vielleicht sollten wir mal alle auf den §21 des GG aufmerksam machen über das Parteienverbot. Dort heisst es:
    Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig. Über die Frage der Verfassungswidrigkeit entscheidet das Bundesverfassungsgericht.
    Also bitte Deutsches Volk kommt in die Puschen sonst ist die BRD GmbH bald nicht mehr da!!!!

  • Diese Europapolitik ist mittlerweile so durchsichtig schei..., dass sich sogar meine Oma mittlerweile an die Stirn tippt. Liebe Eurokraten, ihr seid so schlecht, das glaubt euch jetzt niemand mehr. LOL

  • Diese EU besteht doch nur noch aus Vertragsbruch und Erpressung! Mehr muss man dazu nicht mehr sagen!

Serviceangebote