Podemos: Spanien träumt links

Podemos
Spanien träumt links

Würden die Spanier heute wählen, würden sie Podemos zur stärksten Partei machen. Der Newcomer verfolgt mit Argusaugen, was in Athen passiert. Kommt Syriza voran, könnte das die spanische Bewegung weiter beflügeln.
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ParisSeine zu einem Pferdschwanz gebundenen langen Haare sind zu einem Markenzeichen in Spanien geworden: Pablo Iglesias ist Generalsekretär von Podemos (Wir können), der Partei, die aus der Bewegung der „Indignados” hervorgegangen ist. Sie hat das spanische Parteiensystem auf den Kopf gestellt. In den Umfragen liegt sie inzwischen an der Spitze des Feldes. Wenn die Spanier heute wählen könnten, würden sie Podemos zur stärksten Partei machen, vor den Konservativen und den Sozialisten. Im Europaparlament sind die Neulinge mit fünf Abgeordneten vertreten. Erst knapp vor der Europawahl wandelte sich die Formation von einer unverbindlichen „Plattform“ zur Partei, um überhaupt kandidieren zu können. Seitdem wächst sie stetig.

In weniger als einem Jahr haben Iglesias und Podemos es vom Nobody zum Medienstar gebracht. „Zu unserer ersten Pressekonferenz 2014 sind fast keine Medienvertreter gekommen, jetzt wollen sie alle mit uns reden,” freut sich der 36-Jährige Ex-Professor. Er hat ein gehöriges Selbstbewusstsein entwickelt. Am Anfang einer Sendung im staatlichen Fernsehen TVE vor ein paar Wochen schnitt er dem Moderator das Wort ab: „Es hat leider sehr lange gedauert, bis ich eingeladen wurde, man wollte uns nicht zu Wort kommen lassen. Ich bedanke mich bei den Mitarbeitern von TVE, nur deren Einsatz hat diese Sendung heute möglich gemacht.“ Etwas verdattert stotterte der Moderator: „Ja, eh, Mitarbeiter bin ich ja auch, ich habe mich auch eingesetzt, also...” „Danke, jetzt stehe ich euch gerne zur Verfügung“, reagierte Iglesias schneidend.

Wer und was ist diese Partei, wofür steht sie? Versuchen wir eine Annäherung. Von ihren Inhalten her ist sie links. Aber auch wenn sie viel vom Kapitalismus redet, der korrigiert werden müsse und nicht das Ende der Geschichte sein dürfe – ihre Forderungen sind nicht revolutionär, sondern eher links-sozialdemokratisch. „Podemos ist so, wie die PSOE (Spanische Sozialisten) früher einmal war”, bringt der Publizist Joaquín Estefania es knapp auf den Punkt. Die Partei verlangt eine stärkere Umverteilung über Steuern, härtere Auflagen für den Finanzsektor, günstigere Bedingungen für Kleinbetriebe und lokale Produktion – vieles liest sich wie eine Mischung aus linker Sozialdemokratie und den frühen Grünen.

Ein fertiges Programm hat Podemos noch nicht. Vicenç Navarro und Juan Torres López haben im vergangenen November einen Entwurf geschrieben. Man darf bezweifeln, dass den viele gelesen haben, denn er ist ein extrem trockenes Produkt zweier Professoren. Die Begeisterung, die Podemos auslöst, geht bestimmt nicht auf dieses harte Stück soziologisch-politischer Analyse zurück.

Kommentare zu " Podemos: Spanien träumt links"

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  • Herr Rainer Feiden@ Sie sind negativ aufgefallen, deshalb geht es nicht.

  • Zur AfD-Position: Es gab Ende 2014 eine von Bundesvorstand der AfD initiierte Urabstimmung zum Thema Euroabschaffung. Die Mitglieder stimmten mit 97,7 % für diese Initiative.

  • @Fritz Joski
    Zitat:

    "Dem prinzipienfesten Schäuble werden jetzt erstmal Buergschaften fuer rund 50 Milliarden um die Ohren fliegen."

    Bevor das passiert, werden die 50 MRD im geschwind im ESM versteckt und ewig prolongiert und dem Wahlvolk wird man was vom Pferd erzählen, z.B. Wir haben den Griechen Luft verschafft!" Verstehen die Leute ja anscheinend nicht.
    Ist doch praktisch, daß er Gouverneur vom ESM und auch noch imun ist. Da passiert gar nix - ausser dass schnell wieder ein paar Steuern erhöht werden müssen.....

    @HB
    Blättern bei der Kommentaren geht wieder nicht....
    Wie beim Euro: nicht jede Neuerung ist auch wirklich eine Verbesserung.

    Sorry :-)

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