Polen
Ein Toter bei Attacke auf Büro der Kaczynski-Partei

Ein blutiger Zwischenfall überschattet einen Monat vor den Kommunalwahlen in Polen den Start des Wahlkampfes: Bei einem Angriff auf das Büro der national-konservativen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) in Lodz wurde ein Mitarbeiter getötet, ein weiterer schwer verletzt. Partei-Chef Jaroslaw Kaczynski macht das Lager um Ministerpräsident Donald Tusk verantwortlich für die Tat.
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HB WARSCHAU. Ein bewaffneter Mann hat am Dienstag in Polen einen Mitarbeiter der konservativen Oppositionspartei PiS erschossen und einen Kollegen schwer verletzt. PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski machte die Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk für den Anschlag verantwortlich und warf ihr eine Hasskampagne gegen seine Partei vor. Tusk rief die Menschen auf, im Vorfeld der Wahlen "die Emotionen zu zügeln".

Nach dem Anschlag in Lodz nahm die Polizei einen über 60 Jahre alten Tatverdächtigen fest. "Der Angreifer war anscheinend mit einer Schusswaffe und einem Messer bewaffnet. Er feuerte mehrere Schüsse ab", sagte eine Polizeisprecherin. Noch sei es zu früh, sich zum Tatmotiv zu äußern.

"Das ist das Ergebnis einer Hasskampagne, die seit geraumer Zeit gegen die PiS geführt wird", sagte Parteichef Kaczynski und warf Tusk vor, sie gestartet zu haben. Die Regierung müsse für den Schutz der Parteibüros und ihrer Mitarbeiter sorgen. Jedes weitere Wort des Hasses gegen die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) käme einem Mordaufruf gleich.

Seit seiner Niederlage bei der Präsidentenwahl im Sommer hat Kaczynski jegliche rhetorische Zurückhaltung gegen die liberal-konservative Regierung aufgegeben. So warf er der Regierung und Russland, die Umstände des Todes seines Zwillingsbruder und Präsidenten Lech Kaczynski zu vertuschen.

Tusk räumte vor Journalisten ein, der Täter habe wahrscheinlich aus politischen Motiven gehandelt. Das sei nun "der letzte Augenblick" um die politische Temperatur abzukühlen, sagte der Regierungschef.

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