Polen
Kaczynski attackiert Köhler

Trotz der versöhnlichen Worte von Bundespräsident Köhler auf dem Festakt des Vertriebenenbundes – Polens Ministerpräsident ist nicht zu besänftigen. Kaczynski lässt weiter kein gutes Haar an Deutschland. Im Gegenteil: Er spricht von „beunruhigenden Ereignissen“.

HB BERLIN. Die polnische Regierung hat den Auftritt von Bundespräsident Horst Köhler vor Vertriebenen am „Tag der Heimat“ scharf kritisiert. „Das ist eines dieser beunruhigenden Ereignisse, die in jüngster Zeit in Deutschland stattgefunden haben“, sagte Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski.

Köhler hatte zuvor in seiner Rede bei einem Festakt des Bundes der Vertriebenen (BdV) in Berlin zum europäischen Dialog über Vertreibung aufgerufen. An Polen gerichtet sagte er: „Lassen Sie uns miteinander reden statt übereinander.“

Der Bund der Vertriebenen begeht den „Tag der Heimat“ seit 1950 mit zahlreichen Veranstaltungen. Bei dem zentralen Festakt haben bereits mehrere Bundespräsidenten und Bundeskanzler gesprochen. Köhler warb in seiner Rede für einen europäischen Ansatz bei der Erinnerung an Vertreibungen. Es verlange zwar einen langen Atem, ein gemeinsames Erinnerungswerk aufzubauen, sagte er. Dabei dürfe man sich durch Widerstände und Schwierigkeiten aber nicht entmutigen lassen. „Ich habe keinen Zweifel, dass es uns am Ende im gemeinsamen Europa gelingen wird, Erinnerung und Versöhnung zu verbinden.“

Zwischen Deutschland und Polen war es unter anderem wegen Bestrebungen, in Berlin ein Zentrum gegen Vertreibungen zu errichten, zu Spannungen gekommen. Seit sechs Jahren wirbt eine Stiftung unter Leitung Steinbachs für dieses Projekt. Vor drei Wochen eröffnete die Vertriebenenpräsidentin im Berliner Kronprinzenpalais die Ausstellung „Erzwungene Wege“, die für ein ständiges Dokumentationszentrum werben soll.

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