Polnische Europa-Parlamentarier sind empört über die geplante Resolution des Europarlaments zum 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. Begriffe wie "polnische Lager" verletzten die Gefühle vieler Polen, kritisierte Polens ehemaliger Außenminister Bronislaw Geremek.
Version der Polen sei zurückgewiesen worden: Polen kritisieren Sprache der EU-Auschwitz-Resolution
HB WARSCHAU. Die geplante Resolution des Europaparlaments zum 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz hat in Polen Irritationen ausgelöst. Die polnischen Europa-Parlamentarier setzten sich vergeblich dafür ein, dass in dem Text ausdrücklich von den Deutschen die Rede ist, berichtete die „Gazeta Wyborcza“ am Dienstag.
Die von den polnischen Abgeordneten vorgeschlagene Version sei jedoch von den Liberalen und Sozialisten zurückgewiesen worden. Eine britische liberale Abgeordnete wiederum löste mit dem Begriff „Todeslager in Polen“ scharfen Protest der Polen aus, hieß es. Die Kompromissformel „nationalsozialistische Lager“ sei von den polnischen Parlamentariern schließlich „ohne Enthusiasmus“ akzeptiert worden.
In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung zur Erinnerung an den Holocaust wandte sich auch der ehemalige Außenminister Bronislaw Geremek gegen den Begriff „polnische Lager“. Das verletzte die Gefühle vieler Polen, die unter den Nationalsozialisten gelitten hätten. Auschwitz sei auch für ihn persönlich ein Friedhof seiner Familie, betonte Geremek, dessen Vater in Auschwitz ermordet wurde.