Polen
Lech Walesa will "Solidarnocs" verlassen

Der frühere polnische Präsident und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa will 25 Jahre nach der Gründung von Solidarnosc (Solidarität) aus der einst von ihm erkämpften Gewerkschaft austreten.

HB DANZIG. "Diese Solidarnosc ist eine andere. Wahrscheinlich ist sie sogar besser. Aber sie ist so anders, dass wir nicht mehr zusammenpassen", sagte er in Danzig. Walesa kündigte an, er wolle eine breite gesellschaftliche Bewegung für den Aufbau von mehr Solidarität in der EU anstreben.

Am 14. August 1980 war auf der damaligen Danziger Leninwerft nach der Entlassung der Kranführerin Anna Walentynowicz ein Streik unter der Führung Walesas ausgebrochen, der erst auf die gesamte polnische Ostseeküste, dann auf das ganze Land übergriff. Die Arbeiter forderten wirtschaftliche und politische Reformen sowie die Gründung einer freien und unabhängigen Gewerkschaft. Nachdem die kommunistische Regierung am 31. August 1980 mit Unterzeichnung des "Danziger Abkommens" den Forderungen der Arbeiter zustimmt hatte, wurde Walesa der erste Vorsitzende von Solidarnosc.

Die Freiheit währte nur etwas mehr als ein Jahr: Am 13. Dezember 1981 wurden das Kriegsrecht verhängt und die Solidarnoœæ verboten. Als Drahtzieher gilt Armeegeneral und Verteidigungsminister Wojciech Jaruzelski, der zuvor Chef der kommunistischen Partei geworden war. Jaruzelski behauptet heute, er habe das Kriegsrecht verhängen müssen, um einen sowjetischen Einmarsch wie 1968 in der Tschechoslowakei abzuwenden. Erst 1989 wurde die Solidarnosc wieder zugelassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%