Politiikdrama
Chinas KP gibt Bo Xilai für die Todesstrafe frei

Er war einer der mächtigsten Männer Chinas, nun droht Bo Xilai die Todesstrafe. Das allmächtige Politbüro sieht sich zu diesem harten Vorgehen gegen einen der Ihrigen gezwungen, um den geplanten Machtwechsel zu retten.
  • 0

Peking Chinas Familiendrama um Politik, Korruption, Sex und einen Giftmord geht weiter. Nachdem auf den gefallenen Politstar Bo Xilai möglicherweise ein Todesurteil zukommt, hat sich nun sein Sohn verzweifelt zu Wort gemeldet: „Die Vorwürfe widersprechen allem, was ich über meinen Vater weiß“, teilte Bo Guagua online mit. Chinesische Journalisten in Peking schätzen den Beitrag auf der Blog-Plattform Tumblr als echt ein. Am Freitag hatte das allmächtige Politbüro den älteren Bo des Machtmissbrauchs, der Korruption und „ungehöriger sexueller Beziehungen zu einer Reihe von Frauen“ bezichtigt.

Die Affäre Bo erschüttert China nachhaltig. Die immer neuen Enthüllungen verkomplizieren einen laufenden Führungswechsel und untergraben das Vertrauen der Bürger in die regierenden Kommunisten. Bo Xilais Frau, Gu Kailai, hat nach eigenem Geständnis im vergangenen November einen britischen Geschäftsmann vergiftet. Ein Gericht hat sie bereits zu Tode verurteilt – mit mehrjährigem Aufschub. Bo selbst befindet sich unterdessen weiterhin an einem unbekannten Ort in Haft.

Die Führung hat sich im Umgang mit Bo Xilai schwergetan. Bo war seit 1980 Mitglied der Kommunistischen Partei und hat es sich seine charismatische Art, Führungskraft und Organisationstalent bis nach ganz oben gebracht: in den Ständigen Ausschuss des Politbüros, dem Machtzentrum chinesischer Politik. Gleichzeitig hatte er eine Reihe prominenter Positionen als Leiter von Provinzen. Er war bereits als möglicher Präsident im Gespräch.

Nachdem die Mordvorwürfe gegen seine Frau an die Öffentlichkeit kamen, war der Fall des prominenten Politikers umso tiefer. Für die Partei untragbar geworden, begannen Ermittlungen zu seinem Führungsstil und der Herkunft seines Vermögens, das sein Einkommen und ein Vielfaches übersteigen.

Einmal untragbar geworden, stürzte sich die interne Kontrolle der Partei mit aller Härte auf den Fall – schließlich will die Partei zeigen, dass sie etwas gegen die grassierende Korruption tut. Die Staatsmedien führen die Ermittlungen gegen Bo derzeit als Beweis dafür an, dass auch hohe Kader nicht geschützt seien.

Seite 1:

Chinas KP gibt Bo Xilai für die Todesstrafe frei

Seite 2:

Bo ist jetzt für die Strafverfolgung freigegeben

Kommentare zu " Politiikdrama: Chinas KP gibt Bo Xilai für die Todesstrafe frei "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%