Politiker in Paris fordern von HP Staatshilfen zurück
Kampf dem Stellenabbau auf französisch

Das Umfeld ist mit Bedacht gewählt: In einem Forschungslabor in Oyonnax, vor Bunsenbrennern und Reagenzgläsern, entflammt sich Frankreichs Regierungschef Dominique de Villepin für den Schutz französischer Arbeitsplätze.

PARIS. Angesichts der drohenden Massenentlassungen beim Computer-Konzern Hewlett-Packard (HP) „muss darüber nachgedacht werden, ob das Unternehmen empfangene Hilfen zurückzahlen muss“, dröhnt de Villepin.

Frankreichs Regierungschef hat sich den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit als oberste Priorität auf die Fahne geschrieben. Keine Frage also, den Restrukturierungsplans eines US-Unternehmens einfach so hinzunehmen.

Der Computerkonzern HP, der seit 1971 zu einem der größten ausländischen Investoren in Frankreich zählt, will bis 2008 rund 6 000 Stellen in Europa abbauen, davon 1 240 in Frankreich.

Die Reaktion der politischen Klasse ist programmiert und absehbar. „Alles Wahlkampfgetöse“, höhnt Nicolas Bouzou, Ökonom des Forschungsinstituts Xervi. Ihn nervt, dass Frankreichs Politiker unglaublich engagiert sind, wenn es darum geht, bestehende Arbeitsplätze zu verteidigen, so wie beim „aussichtslosen Kampf“ zum Schutz der französischen Textilindustrie gegen chinesische Importe. „Statt dessen sollten sie sich darum kümmern, dass neue Arbeitsplätze entstehen.“

Allerdings haben die französischen Wählern ihren Politikern diese Reflexe selbst antrainiert. Nur der Sozialist Lionel Jospin hatte es in seiner Zeit als Premierminister einmal gewagt, die Wahrheit zu sagen. Als Michelin im Jahr 1999 gute Gewinne und gleichzeitig einen umfassenden Stellenkürzungsplan vorlegte, wollte sich Jospin nicht an dem Überbietungswettbewerb absurder Vorschläge beteiligen: „Man kann nicht alles vom Staat und der Regierung erwarten“, befand Jospin.

Seite 1:

Kampf dem Stellenabbau auf französisch

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%