Politiker warnen vor wirtschaftlichen Folgen
Chodorkowskij sitzt im Gefängnis "Matrosenruhe" ein

Der Chef des größten russischen Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowskij, muss seine Untersuchungshaft in einer überfüllten Zelle im Moskauer Gefängnis Matrosenruhe absitzen.

HB MOSKAU. „Für eine Sonderbehandlung gibt es keinen Grund, und auch das Gesetz sieht dies nicht vor“, begründete Vize-Justizminister Juri Kalinin am Sonntag, warum der reichste Russe in einer Gemeinschaftszelle sitze. Für Fernseher und Kühlschrank müsse der Ölbaron bei Bedarf selbst sorgen.

Der größte Aktionär und CEO von Yukos war am Samstag von maskierten Geheimdienstlern bei einem Tankstopp seines Flugzeuges auf einer Sibirien-Dienstreise in Nowosibirsk aus der Maschine geholt und in Moskau bei der Generalstaatsanwaltschaft zwangsvorgeführt worden. Nach Beschuldigungen der Unterschlagung, des Betruges und der Steuerhinterziehung hatten die Ermittler wegen der Höhe des angerichteten Schadens von angeblich mehr als 1 Mrd. $ Haftbefehl beantragt. Im Yukos-Umfeld wird seit Mitte Juni ermittelt, seit 2.Juli sitzt der zweitwichtigste Mann des Industrie-Imperiums, Menatep-Chef Platon Lebedew, in U-Haft.

Gefängnis Matrosenruhe ist berüchtigt - geschlafen wird in zwei Schichten

Das berüchtigte Gefängnis Matrosenruhe ist derzeit mit 3 500 Häftlingen belegt, deutlich mehr als die vorgesehene Kapazität von 2 500 Gefangenen. Geschlafen wird in den zwei-etagigen Stahlrohrbetten deshalb in Schichten. Vor einigen Jahren belegten sogar noch 8 500 Insassen die Zellen. „Ich bereue nicht, was ich getan habe und was passiert ist“, ließ Chodorkowskij seinen Anwalt nach der Verlegung in die Vollzugsanstalt mitteilen. Zuvor hatte er gesagt, er gehe lieber in Haft als ins politische Exil im Ausland wie die Oligarchen Wladimir Gussinskij und Boris Beresowskij.

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