Politikverdrossenheit
Geringes Interesse an italienischen Kommunalwahlen

Die Kommunalwahlen in Teilen Italiens gelten als wichtiger Test für die neue Regierung. Im umkämpften Rom liegt der Mitte-Links-Kandidat vorn – doch die deutlichste Botschaft ist die geringe Beteiligung.
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RomPolitikverdrossenheit in Italien: Bei den Teilkommunalwahlen am Sonntag und Montag sind viele Wähler einfach daheim geblieben. 62,38 Prozent der knapp sieben Millionen Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab - das waren rund 15 Prozentpunkte weniger als bei den letzten Kommunalwahlen 2008. In der umkämpften Hauptstadt Rom lag der Mitte-Links-Kandidat Ignazio Marino ersten Hochrechnungen zufolge vorn, allerdings wird es voraussichtlich eine Stichwahl geben.

Der Hochrechnung des Instituts Piepoli vom frühen Abend zufolge lag Marino mit 41,2 Prozent vorne, gefolgt von Amtsinhaber und Mitte-Rechts-Politiker Gianni Alemanno, der auf 30,5 Prozent der Stimmen kam. Da voraussichtlich keiner der 19 Kandidaten in Rom im ersten Wahlgang auf die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent kommt, stehen am 9. und 10. Juni Stichwahlen um das Bürgermeisteramt an. Dann wird ein enges Rennen zwischen Marino und Alemanno erwartet.

Stichwahlen gibt es auch in den anderen Städten mit mehr als 15 000 Einwohnern, in denen kein Kandidat mehr als die Hälfte der Stimmen bekommen hat. In insgesamt 564 Kommunen waren die Bürger an die Urnen gerufen.

Die Abstimmung gilt drei Monate nach den Parlamentswahlen als wichtiger Stimmungstest für die Regierung von Ministerpräsident Enrico Letta, die seit vier Wochen im Amt ist und sowohl vom Mitte-Links-Bündnis als auch vom Mitte-Rechts-Lager des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi unterstützt wird.

Zunächst zeigte sich noch keine Tendenz zugunsten eines Lagers, allerdings brachten die Italiener mit der geringen Wahlbeteiligung ihre Unzufriedenheit und Politikverdrossenheit zum Ausdruck. Besonders gering war die Wahlbeteiligung in Rom, wo nur etwa jeder Zweite seine Stimme abgab. 2008 waren es noch 73,6 Prozent gewesen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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