Politische Krise
CIA-Affäre lässt Liberale und Konservative zittern

Die neue politische Krise in den USA zwingt zwei verfeindete Lager in ein Boot: die liberale New York Times und das konservative Weiße Haus. Im schmucklosen Verlagshaus der „Times“ in der 43. Straße in Manhattan produzieren die Journalisten wie jeden Tag das Flaggschiff des liberalen Amerikas.

NEW YORK. Nicht der Hurrikan „Wilma“ oder die Lage im Irak sind für sie das Thema Nummer eins. Die Gespräche auf den Fluren kreisen um den Fall ihrer Star-Reporterin Judith Miller, die von einer Heldin zur Buhfrau der Zeitung geworden ist. Und die das Blatt in eine Identitätskrise gestürzt hat.

Die Krise im Weißen Haus manifestiert sich darin, das nicht über sie geredet wird – oder werden darf. Auch hier spricht man in den Morgensitzungen über den Wirbelsturm und die Lage im Irak. Doch die Gedanken sind woanders. Denn schließlich kann schon morgen die Präsidentschaft schwer erschüttert werden. Zwei tragende Säulen der Bush-Administration müssen in den nächsten Tagen mit einer Anklage durch den Sonderermittler Patrick Fitzgerald rechnen. Es geht um Geheimnisverrat, Verschwörung, Falschaussagen. Im Mittelpunkt stehen Karl Rove, Weggefährte des Präsidenten und Architekt seiner beiden Wahlsiege, sowie Lewis Scooter Libby, engster Mitarbeiter von Vizepräsident Dick Cheney.

Was die Liberalen in New York und die Erzkonservativen in Washington vereint, ist die so genannte CIA-Affäre. Times-Reporterin Miller gehörte zum Kreis der Journalisten, die von Libby und Rove mit Informationen über die CIA-Mitarbeiterin Valerie Plame gefüttert wurden. Das Weiße Haus wollte so Plames Ehemann, den Diplomaten Joseph Wilson, in Misskredit bringen. Der hatte 2003 bestritten, dass der Irak vor dem Krieg versucht habe, eine Atombombe zu bauen. Für die Bush-Kämpfer grenzte das an Landesverrat. Die Bloßstellung von Plame erwies sich jedoch als Bumerang. Denn Wilsons Frau arbeitete als verdeckte Agentin – und deren Enttarnung ist strafbar.

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