Politische Neuorientierung
Kubas Führung macht die Schotten dicht

Wenige Tage nach seiner Operation ließ Fidel Castro von einem Sprecher verlauten, dass sein Zustand „stabil“. Ob der Revolutionsführer wieder ganz gesund werde, ist dennoch fraglich. Dem neue starke Mann, Raúl Castro, fällt nun die Aufgabe zu, die Revolution weiterzuführen – in einer Zeit, in der sich Kuba in einer politischen Neuorientierung befindet.

MEXIKO-STADT. Einen Tag nach der Operation von Fidel Castro hat die kubanische Führung ein Staatsgeheimnis aus der Gesundheit des Revolutionsführers gemacht. Am Dienstagabend (Ortszeit) verlas ein Sprecher ein angeblich von Castro verfasstes Bulletin nach dem Eingriff am Darm, in dem er sich als „guten Mutes“ und seinen Zustand als „stabil“ bezeichnet.

Doch machte der Sprecher deutlich, dass es Tage dauern werde, bis klar sei, ob der fast 80 Jahre alte Castro über den Berg kommt. „Gäbe es schlechte Nachrichten über meine Gesundheit, würde nur der Feind davon profitieren. Daher wird mein Gesundheitszustand zu einem Staatsgeheimnis, das nicht kontinuierlich verbreitet werden kann,“ ließ Castro verlesen. Parlamentschef Ricardo Alarcon, sagte, mit Castro müsse noch lange gerechnet werden.

Die mit dem Revolutionsführer verfeindete US-Regierung will an ihrer Politik festhalten. „Die Tatsache, dass ein Autokrat die Macht an seinen Bruder weitergibt, bedeutet nicht das Ende der Autokratie“, sagte Präsidentensprecher Tony Snow. Die USA haben ein Wirtschaftsembargo gegen das sozialistische Land verhängt und arbeiten offen auf einen Sturz Castros hin.

Der neue starke Mann Kubas, Raúl Castro, ging zunächst nicht an die Öffentlichkeit. Allerdings rief die Regierung das Parteivolk auf die Straßen der Hauptstadt, die mit pro-kubanischen Demonstrationen die Jubelfeiern der Exil-Kubaner in Miami übertönen sollten: „Das ist unsere Revolution, und wir sind bereit, für sie zu sterben“, sagte ein Castro-Anhänger. Raúl Castro war von seinem Bruder mit den wichtigsten drei Funktionen, denen des Staatschefs, des Oberbefehlshabers der Armee und der des Parteichefs betraut worden.

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