Politische Reaktionen Paris tut sich mit Fusion schwer

Die Regierungen in Berlin und London haben keine Einwände gegen die Fusion von EADS und BAE, doch Paris zögert. Die deutschen Gewerkschaften sind kurzfristig zufrieden, sehen auf lange Sicht aber Gefahren in der Branche.
Update: 13.09.2012 - 11:55 Uhr 5 Kommentare
EADS präsentiert in Le Bourget ein Modell des Airbus A 350 XWB. Quelle: AFP

EADS präsentiert in Le Bourget ein Modell des Airbus A 350 XWB.

(Foto: AFP)

Berlin, Paris, LondonDie Reaktionen aus Frankreich auf die geplante Fusion des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS, der Mutterkonzern von Airbus, und seines britischen Konkurrenten BAE Systems sind verhalten. Erst am späten Mittwoch Abend, Stunden nachdem die Pläne für die größte Branchenkonsolidierung seit der Gründung von EADS vor zwölf Jahren schon offiziell bekannt waren, hatte sich die Pariser Regierung – und sagte fast nichts. Dagegen kommt aus Berlin und London, den anderen beteiligten Ländern, breite Zustimmung.

Nach Informationen aus dem Umfeld der beteiligten Unternehmen sind die von dem Fusionsvorhaben betroffenen Regierungen bereits vor etlichen Wochen und damit zu einem sehr frühen Stadium der Verhandlungen informiert worden.

Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici erklärte, er nehme eine mögliche Annäherung zur Kenntnis. Der Staat werde sich im geeigneten Moment zu den Absprachen über die EADS-Führung äußern. Das klang noch nicht nach einer endgültigen Zustimmung.  Auch Arnaud Montebourg, Minister für den wirtschaftlichen Aufschwung, erklärte, man wolle keinen Kommentar abgeben, um die „Vertraulichkeit“ der Verhandlungen zu wahren. Wirtschaftszeitungen wie „Les Echos“ interpretierten, dass die Regierung von der frühzeitigen Bekanntgabe überrumpelt wurde und nicht begeistert war.

Auch EADS-Großaktionärs Arnaud Lagardère wollte das Vorhaben erst gar nicht kommentieren, offiziell kam eine Reaktion erst am Donnerstag morgen. Bevor man die Zustimmung gebe, wolle Lagardère sich erst vergewissern, dass alle mit der Annäherung verbundenen Konsequenzen bei den Bedingungen beachtet wurden. Der Konzern stellte klar, dass das Projekt noch nicht die Zustimmung der Verwaltungsräte von EADS und Sogeade habe.

„Donnerschlag“ sorgt in Paris für Sprachlosigkeit
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5 Kommentare zu "Politische Reaktionen: Frankreichs Politik tut sich schwer mit Fusion"

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  • genau, Deutschland bringt seine Technologie ein siehe Eurocopter, wo MBB fuehrend war in der Sparte, und am Ende werden die Arbeitsplaetze und Fuehrung in Frankreich angesiedelt.

    ..fast die EU, Germany pays and France plays

  • Den EADS Anteil von Daimler will doch keiner haben, daher sollte die KFW den Anteil kaufen. Nach der Fusion will den Anteil sicherlich auch keiner haben. Letztlich ist EADS auch kein Privates Unternehmen, sondern ein Staatskonzern mit Privaten Anteilseignern. EADS und BAE finanzieren sich aus Staatlichen Aufträgen und Staatlich gesicherten Krediten. Da muss nur eine kleine Durstrecke kommen, dann läuft das gleiche wie beim PSA Konzern. Das tut sich doch kein Privater Investor an.
    Das mit Enders Dividendenstrategie dürfte so laufen wie bei EON. Sobald die Einnahmen einmal geringer Ausfallen, muss Tafelsilber verkauft werden. EADS ist ja auch hoch verschuldet.

  • Weenn man krankhaft gegen alles ist, Flughäfen, Militär und anderes mehr, darf man sich nicht wundern!

  • "Da Airbus stark in Toulouse angesiedelt ist, könnte das Rüstungsgeschäft nach England gehen" also Cassidian wird in England zukünftig den Hauptsitz haben. Das erklärt auch warum erst 2 Woichen vorher der Cassidian Chef in München gefeuert wurde. Es wird die Unliver Fusion. EADS B.V. und EADS PLC.
    EADS B.V. mit
    operativen Sitz Toulouse und
    Eurocopter HQ
    Airbus HQ
    Astrium HQ in Frankreich

    EADS PLC. mit
    Cassidian HQ
    und Ländergesellschaften
    in England

    Deutschland?
    Nur noch Ländergesellschaften ähnlich
    Coca-Cola, wo man abfüllt, zusammenschraubt und verkauft.

  • Ich denke mal, der Franzose wird über Direktbeteiligungen und Mittelsmänner seinen Einfluß in dem Unternehmen EADSBAE sichern. Das Geld dafür liefert ja Herr Draghi in unbegrenzter Menge.

    Während Frau Merkel wieder mal dumm danebensteht und später alles schön findet und alles Europa.

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