Politische Turbulenzen

Auch Belgien gilt nun als angreifbar

Griechenland, Irland, Portugal - die Schuldenkrise in der Euro-Zone konzentriert sich bislang auf Länder am Rande der Währungsunion. Doch immer häufiger wird mit Belgien ein Kernland der Europäischen Union als Wackelkandidat genannt. Rückt die Schuldenkrise bis vor die deutsche Haustür?
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HB BERLIN. Belgien trägt die dritthöchste Schuldenlast aller 16 Euro-Staaten - nach Griechenland und Italien. Das kleine Land hat in den vergangenen Jahren einen Schuldenberg angehäuft, der fast genauso groß ist wie seine jährliche Wirtschaftsleistung.

Bis 2012 wird das Defizit auf 102,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen, sagt die EU-Kommission in ihrer Herbstprognose voraus. Erlaubt sind nach den EU-Verträgen nur 60 Prozent. Und auch bei der jährlichen Neuverschuldung wird die Obergrenze von drei Prozent seit 2009 gerissen. 2012 dürfte sie mit 4,7 Prozent deutlich über dem Grenzwert liegen.

Auf dem zweiten Blick steht Belgien wirtschaftlich aber gar nicht so schlecht da. „Das Land kämpft weder mit einer Immobilien- noch mit einer Bankenkrise“, sagt Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil. „Die strukturellen Probleme sind viel geringer als etwa in Irland.“ Und Belgien profitiert vom Aufschwung Deutschlands, seinem wichtigsten Handelspartner. Ein robustes Wirtschaftswachstum von jeweils rund zwei Prozent traut die EU-Kommission ihrem Gastgeberland deshalb bis 2012 zu.

Es sind daher weniger die wirtschaftlichen Fakten, deretwegen Belgien als Wackelkandidat gilt. Es ist die politische Zerrissenheit und der tiefe Graben zwischen Flamen und Wallonen, weshalb der kleine Nachbar immer häufiger in einen Topf mit anderen Krisenländern geworfen wird. „Wenn die politische Krise nicht schnell gelöst wird, dass erscheint eine Finanzkrise fast unausweichlich“, befürchtet Paul de Grauwe, Professor an der Katholischen Universität Löwen.

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7 Kommentare zu "Politische Turbulenzen: Auch Belgien gilt nun als angreifbar"

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  • @aruba

    Wenn wir schon von "Weltanschauung" reden, sollten wir erst gar nicht fragen, wie die US-Amerikaner in der Welt gesehen werden. Dagegen wirken die WikiLeaks-Veröffentlichungen wie Streicheleinheiten.

  • Möglicherweise keine Panikmache.
    Sicherlich schon eher bananenrepublik.
    inflation - womit sich prima Staatsschulden reduzieren lassen...?
    Aber wohl eher nicht ... die Schulden der europäischen bürger!

  • Reine Panikmache. Dann müßte die USA und Gb schon längst pleite sein.

  • Guten Tag,.... ich habe ihnen das schon vor einiger Zeit gesagt. Jedoch seit ein paar Tagen reden die Amis im Fernsehen ueber diese bananenrepublik. Wir alle wissen dass es nichts Schlimmeres gibt als wenn mann dort durch die Scheisse gezogen wird. Fuer Amerika ist bruessel die Haupstadt Europas;.... der Portugiesische Maurer,.... der Koenig und die " betroffene " Teflon-Mutti die Prasidentin. Ach ja; der Zwerg im Elysée ist " spokesman."
    Diese Weltanschauung gilt Welweit mehr als das Gelaber von Aufschwung. besten Dank

  • ich glaube einige Länder hoffen insgeheim auf eine inflation. Damit lassen sich prima die Staatsschulden reduzieren. Und weil man so denkt, häufen alle Staaten ihre Schulden an. Nach dem Motto: was interessiert mich das Leid von Morgen. Sicher ist da was dran, mit der inflation. Japan hat mit einer Verschuldung von über 200% zu kämpfen, hatte genau so gedacht. in Japan gings geradeweg in die Deflation, was ich aber vom Euro nicht glaube.

  • Was heißt denn da, bis vor die deutsche Haustür? Das reicht nicht: die Haustür wird auch eingetreten werden, und dann sind wenigstens alle pleite. Schade, dass die Politiker es vorher einfach nicht kapieren. Das ist wie das DDR-Politbüro im Sommer 1989. Der "Schwarze Schwan" wird flügge. Die EU mit ihrer Zwangswährung fliegt auseinander. bedanken haben wir uns bei den Politikern. EWS mit der EG würden noch tadellos funktionieren. Vielen Dank! Das ist alles genauso schlimm wie Krieg! Das, was die Politiker angerichtet haben, vergiftet Europa!

  • iST bELGiEN NOCH ZU RETTEN ?
    Es würde mir im Traum nicht einfallen, einem Spezialisten der Commerzbank, oder gar einem Prof aus Gent zu widersprechen.
    Es sind die Spatzen auf den Dächern, die pfeifen immerfort:
    "JA, WiSST iHR ES DENN NiCHT?
    ES iST bELGiEN, DASS ALS ERSTES iN EUROPA DEN STAATSbANKROTT ERKLÄREN WiRD!"

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