Politischer Feiertag
China zelebriert „Befreiung“ Tibets

Als "Befreiung" Tibets hat die chinesische Regierung am Samstag die Beendigung des Volksaufstandes in der Hochlandregion und die Abschaffung der Regierung vor 50 Jahren gefeiert. Der in diesem Jahr erstmals begangene Feiertag wurde von Fernsehdokumentationen und Ausstellungen über die wirtschaftlichen und sozialen Fortschritte der kommunistischen Herrschaft begleitet.

HB PEKING. Eine Feier mit mehr als 13 000 Menschen vor dem historischen Sitz der tibetischen Regierung, dem Potala-Palast in Lhasa, wurde landesweit im Fernsehen übertragen.

"Genauso wie Europa nicht ins Mittelalter zurückfallen kann und die USA nicht in die Zeit vor dem Bürgerkrieg, kann Tibet niemals mehr die alte Gesellschaft der Leibeigenschaft wiederherstellen", sagte der Vorsitzende der kommunistischen Partei in Tibet, Zhang Qingli. Der 69-jährige Tibeter Tsondre erklärte: "Heute haben wir Straßen, wir haben Fernseher und Telefone, die Kinder gehen zur Schule, und wir haben Spareinlagen bei der Bank; das alles hat die kommunistische Partei möglich gemacht."

Die tibetische Exilregierung sprach auf ihrer Website von einem "Tag der Trauer für Tibeter in aller Welt". Der neue Feiertag werde die Probleme für die Tibeter nur noch verstärken. In Dharamsala in Nordindien gingen mehrere Hundert Tibeter auf die Straße. Die Demonstranten schwenkten tibetische Fahnen und riefen "Stoppt 50 Jahre Folter".

Parteichef Zhang kritisierte den Dalai Lama, der das Land spalten wolle. Der Kampf gegen die Anhänger des geistlichen Führers der tibetischen Buddhisten "wird lang, kompliziert und heftig sein", sagte Zhang.

Die chinesische Herrschaft hatte Tibet in den 50 Jahren seit der Flucht des Dalai Lamas ins nordindische Exil wirtschaftliche Fortschritte, Infrastruktur und einen höheren Lebensstandard gebracht. Die Tibeter beklagen allerdings, ihnen seien ihre religiösen und kulturellen Freiheiten genommen worden und sie würden im eigenen Land unterdrückt.

Der erstmals ausgerufene Feiertag kommt nur ein Jahr nach antichinesischen Unruhen im ganzen tibetischen Siedlungsgebiet, die von China niedergeschlagen wurden. Zahlreiche Mönche wurden dabei festgenommen.

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