Polizei: Es war kein Anschlag
Explosion in Istanbul tötet zwei Menschen

Bei einer Explosion in Istanbul sind am frühen Donnerstagmorgen eine Frau und ihre Tochter getötet worden. Vier Menschen wurden verletzt.

HB ISTANBUL. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, explodierte ein Sprengsatz in einem Müllcontainer im asiatischen Stadtbezirk Pendik. Dabei starben die Frau und ihre Tochter, die gemeinsam mit dem Vater in einem Auto vorbeifuhren. Der Mann, der am Steuer des Wagens saß, und drei Passanten wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht. Durch die Wucht der Detonation wurden in der Nähe geparkte Autos schwer beschädigt.

Nach Einschätzung der Polizei war es aber kein Terroranschlag. „Es sieht nicht danach aus“, sagte Polizeipräsident Celalettin Cerrah nach den ersten Ermittlungen, wie türkische Medien am Donnerstag berichteten. Die Detonation könne von einem Benzin- oder Autogastank herrühren. In Frage komme auch ein Müllcontainer, der laut Fernsehberichten 20 Meter durch die Luft geflogen war.

Anwohner berichteten von einer sehr starken Explosion, die selbst Häuser erschüttert habe. Getötet wurden eine Frau und ihre Tochter, die in einem der Autos saßen. Von den vier Verletzten sei niemand in Lebensgefahr, hieß es. Die Explosion ereignete sich in einem Viertel im asiatischen Stadtbezirk Pendik, in dem gerade eine Hochzeitsfeier zu Ende ging.

Die Türkei war in den vergangenen Monaten mehrfach das Ziel von Bombenanschlägen. Zumeist wurden dafür militante kurdische Separatisten verantwortlich gemacht. Auch militanten Islamisten und ultra-linken Radikalen waren Anschläge zugeschrieben worden.

Erst Mitte Juli waren fünf Menschen bei einem Bombenanschlag auf einen Kleinbus im westtürkischen Ferienort Kusadasi getötet worden; 13 weitere verletzt worden. Unter den Todesopfern befanden sich auch zwei Ausländer: eine Britin und eine Irin. Es war das zweite Attentat in der Region in einer Woche: Am Sonntag zuvor wurden 20 Menschen bei einem Anschlag in Cesme verletzt, zu dem sich kurdische Extremisten bekannt haben.

Das Auswärtige Amt in Berlin rät Türkei-Reisenden wegen einer „Verschärfung der Sicherheitslage im ganzen Land“ zu besonderer Vorsicht.

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