Polizei-Geheimdienstbericht
Franzosen fürchten neue Straßenunruhen

Frankreich befürchtet einem Geheimbericht zufolge neue schwere Unruhen von Jugendlichen in den verarmten Vororten von Paris. Es gebe noch die gleichen Bedingungen wie vor einem Jahr, zitierte die Zeitung „Le Figaro“ am Montag aus dem Bericht des Polizei-Geheimdienstes RG.

HB PARIS. Die jüngsten Vorfälle seien jedoch nicht mehr spontan „sondern strukturiert und zielten auf Angriffe auf einen der letzten Vertreter der Institutionen, die noch in gewissen Orten präsent sind, die Polizei“. In den ersten sechs Monaten des Jahres seien etwa 21 000 Autos angezündet und 2882 Angriffe auf Polizei und Notdienste verzeichnet worden.

Am Vortag hatten Jugendliche in Grigny südlich von Paris am helllichten Tag einen Bus angezündet und dann die anrückende Polizei und Feuerwehr angegriffen. Im Herbst 2005 hatten Jugendliche über drei Wochen hinweg in den Vorstädten von Paris und anderen Orten im ganzen Land randaliert. Mehr als 9000 Autos waren in Flammen aufgegangen. Es waren die schwersten Krawalle in Frankreich seit fast 40 Jahren. Die meisten Randalierer waren Jugendliche afrikanischer oder arabischer Herkunft, die über Diskriminierung, Arbeitslosigkeit und mangelnde Perspektiven klagten. Die Krawalle lösten in Frankreich eine heftige Einwanderungsdebatte aus.

Innenminister Nicolas Sarkozy hatte nach den jüngsten Übergriffen angekündigt, Angriffe auf Polizei und Feuerwehr künftig härter zu bestrafen. Das Thema innere Sicherheit dürfte eine zentrale Rolle im französischen Präsidentenwahlkampf 2007 spielen.

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