Polizei geht von Terroranschlägen aus
Zahlreiche Tote bei drei Bombenexplosionen in Neu Delhi

Drei Tage vor einem bedeutenden Hindu-Fest sind bei einer Bombenserie in der indischen Hauptstadt Neu Delhi zahlreiche Menschen getötet worden.

HB NEU DEHLI. Eine Detonation ereignete sich auf einem Markt in dem auch bei ausländischen Touristen beliebten Viertel Paharganj. Eine weitere Explosion wurde von einem Markt in Sarojini Nagar gemeldet. Bei der dritten Detonation, zu der es in einem Bus gekommen sein soll, seien drei Menschen getötet worden, meldete der Nachrichtensender NDTV unter Berufung auf das Gesundheits- und das Innenministerium. Insgesamt seien minestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere seien verletzt worden. Die Polizei sprach von einem „klaren Terrorakt“. Der Nachrichtensender NDTV berichtete von zwei Festnahmen.

Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen, bei denen Dutzende Menschen verletzt wurden. Ein Sprecher des indischen Premierministers Manmohan Singh sagte: „Indien wird den Kampf gegen den Terrorismus gewinnen.“ Innenminister Shivraj Patil sagte, für Mutmaßungen über die Hintermänner der Anschläge sei es zu früh. Das gelte auch für die endgültige Opferzahl. Er rief die Menschen in Neu Delhi dazu auf, Ruhe zu bewahren, und kündigte Hilfe für die Angehörigen der Opfer und für geschädigte Ladenbesitzer an. Unklar blieb zunächst, ob Ausländer unter den Opfern waren. Augenzeugen gingen davon aus, dass die Zahl der Toten weiter ansteigen wird.

Nach den Explosionen brachen an den Anschlagsorten Chaos und Panik unter den Überlebenden aus. Viele Geschäfte brannten. Die Polizei ordnete die Schließung aller Märkte in der Hauptstadt an und forderte Menschen an belebten Plätzen dazu auf, umgehend nach Hause zu gehen. Alle drei Bomben waren binnen einer Stunde explodiert. Delhis Polizeichef K.K. Paul sagte, der Sprengsatz in Paharganj sei an einem Motorrad oder einer Dreirad-Rikscha befestigt gewesen. Die Ministerpräsidentin des Bundesstaats Delhi, Sheila Dikshit, sprach von einem „traurigen Tag für Delhi“.

Nach ersten Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes gibt es keine deutschen Opfer. Es gebe bisher keine Hinweise, dass Deutsche von den Anschlägen betroffen sein könnten, hieß es im Ministerium in Berlin. Die Botschaft habe sich eingeschaltet, sagte ein Sprecher.

Am Dienstag wird in Indien Diwali gefeiert, eines der populärsten Hindu-Feste. Am letzten Samstag vor Diwali - dem Lichterfest - waren zehntausende Menschen in der 14-Millionen-Metropole Neu Delhi unterwegs, um Geschenke zu kaufen.

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