Polizei stürmt Moscheen und Koranschulen
150 Extremisten in Pakistan festgenommen

Zwei Wochen nach den Terroranschlägen in London haben pakistanische Sicherheitskräfte rund 150 mutmaßliche muslimische Extremisten aufgespürt. Darunter soll laut Geheimdienst auch ein Hauptverdächtiger sein, der in direkter Verbindung zu den Bombenexplosionen stehe. Indes nährt Bayerns Innenminister Beckstein Befürchtungen um einen möglichen Anschlag in Deutschland.

ISLAMABAD. Über die Identität des Mannes machte Pakistan zunächst keine Angaben. „Wir sind gegen jene Elemente vorgegangen, die Hass-Material publizierten, provokante Reden hielten und Militanten Zuflucht boten“, sagte Innenminister Aftab Ahmed Khan Sherpao.

Nach den Anschlägen vom 7. Juli hatte der Präsident Pervez Musharraf erneut ein hartes Durchgreifen gegen Extremisten angeordnet. Drei der vier Selbstmordattentäter von London waren pakistanischer Herkunft und im vergangenen Jahr in Pakistan gewesen. Mindestens einer der Attentäter soll in der Stadt Lahore eine radikale Koranschule besucht haben.

In der Provinz Punjab stürmte die Polizei Moscheen und Koranschulen. Dort ebenso wie in der Provinz Sindh und in der Hauptstadt Islamabad wurden je rund 40 mutmaßliche Extremisten festgenommen. In Islamabad sei es anschließend zu Demonstrationen gekommen, berichtete die Zeitung „Dawn“. In der Stadt Quetta wurden rund 30 mutmaßliche Extremisten festgenommen.

Nach den Anschlägen in London hält auch in Deutschland die Debatte über einen möglichen Anschlag an. Ein islamistischer Terroranschlag hierzulande ist nach Ansicht von Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) nur eine Frage der Zeit. Mit vielen Sicherheitsexperten sei er der Meinung, dass man nicht ernsthaft darüber diskutieren müsse, ob ein Anschlag komme, sagte Beckstein am Mittwoch bei einer Regierungserklärung im Bayerischen Landtag. Die Frage sei eher, „wo das ist, wann das ist und wie das ist“. Konkrete Hinweise auf Anschlagspläne gebe es derzeit aber nicht.

„Es gilt nach wie vor die Aussage, dass Deutschland, das bislang als Ruhe- und Vorbereitungsraum eingeschätzt wird, jederzeit auch zum Ausführungsraum islamistischer Gewalttäter werden kann“, sagte Beckstein. Hassprediger wie in Großbritannien gebe es inzwischen auch in Deutschland. So habe in Augsburg ein Imam das Freitagsgebet regelmäßig mit dem Aufforderung „Tod allen Ungläubigen, Tod allen Christen“ beendet.

„Wir müssen wissen, was in jeder Moschee passiert.“ Religiöse Fanatiker müssten stärker überwacht werden. Muslimische Jugendliche aus Deutschland besuchten auch Sommerlager in Südägypten und Sudan. „Ich habe große Sorge, dass sie dort mit Kämpfern zusammenkommen.“

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