Polizei warnt vor weiteren Anschlägen und ruft Angestellte der Banken zu Wachsamkeit auf
Arbeiten in der Festung London

Die Londoner City ist nach den Anschlägen in höchster Alarmbereitschaft. Polizeichef Ian Blair warnt, dass die Möglichkeit eines zweiten Anschlags „klar auf der Hand“ liegt. Zwar läuft das Leben im Finanzviertel auf den ersten Blick normal. Doch „so alarmiert wie jetzt war die City noch nie in ihrer Geschichte“, heißt es bei der Corporation of London.

LONDON. Seit dem 11. September 2001 weiß die Finanzszene um ihre Verwundbarkeit. Die wichtigsten Investment-Banken und Fondsmanager haben längst Pläne für den Tag X in der Schublade. Regelmäßig üben die Banken die Räumung von Gebäuden. Für die Handels-Abteilungen haben sie längst Ausweichquartiere weit außerhalb der Hauptstadt eingerichtet. Der 7. Juli 2005, der Tag an dem vier Bomben in der Rush-Hour explodierten, war in dieser Hinsicht kein ernsthafter Test. Denn die Selbstmordattentäter hatten auf die Transportwege gezielt. Und außer beim Abwickler LCH.Clearnet und der Schweizer Bank UBS Warburg mussten keine Angestellten aus den Gebäuden fliehen. Der Handel lief normal weiter. Die größten Schwierigkeiten bestanden darin, Mitarbeiter am Abend durch die chaotischen Verkehrsverhältnisse nach Hause zu bekommen.

Nun gibt man sich in der Finanzmeile für die Zukunft zuversichtlich: „Die Systeme haben funktioniert“, sagt der Bürgermeister der Quadratmeile (Lord Mayor), Michael Berry Savory. Zwar müsse man sich stets verbessern, heißt es bei den Banken. Es gebe aber keine wesentlichen Lektionen, die man aus den jüngsten Anschlägen lernen müsse. „Natürlich überprüfen wir unsere Prozeduren sehr genau“, sagt Lord Mayor Savory zur Reaktion auf die Anschläge.

Vor allem kleine Unternehmen, mahnt Chief Superintendent der City Anti-Terrorist Section Alex Robertson, sollten das Thema Sicherheit nicht vernachlässigen. Nervosität will er zwar nicht forcieren. Wachsam sollten City-Angestellte aber bleiben. „Erst melden, dann nachdenken“, gibt er als Losung aus. Anschläge ließen sich nur gemeinsam verhindern.

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