Polizeigewalt in den USA
Die Karte der Toten

1091 Tote: So viele Menschen sind in den USA seit dem Tod von Michael Brown durch Polizeigewalt gestorben. Eine NGO sammelt Daten zu den Fällen. Sie belegen: Deren Zahl ist hoch, die Dunkelziffer noch viel höher.
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DüsseldorfDie Karte ist fast komplett rot. Die ballonförmigen Standortmarkierungen bedecken fast die gesamten Vereinigten Staaten. Jeder Punkt steht für einen Ort, an dem seit dem Tod des schwarzen Teenagers Michael Brown am 9. August 2014 Polizisten einen Menschen getötet haben. Diese Landkarte hat die US-Newsseite Vox auf Basis von Recherchen der Nonprofit-Organisation Fatal Encounters erstellt.

Die NGO hat dafür Daten aus Polizeiberichten und Medien seit 2001 zusammengetragen.

Quelle: fatalencounters.org

Die Karte von Vox beschränkt sich allerdings auf den Zeitraum seit dem Tod von Brown – dem diese Woche in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri gedacht wurde.

Dort war der unbewaffnete 18-Jährige vor einem Jahr von einem weißen Polizisten erschossen worden. Damals geriet die Stadt in einen Ausnahmezustand.

Der Tod Browns hatte neben den Unruhen auch eine Diskussion über offenen und latenten Rassismus in den USA zur Folge. Der Todesschütze von Ferguson wurde nicht angeklagt. In der Folge wurden zahlreiche Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA bekannt. Zum ersten Todestag von Brown kam es bei den erneuten Protesten in Ferguson wieder zu vereinzelten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Die Behörden verhängten den Notstand.

1091 Treffer zeigt die Karte von Fatal Encounters. 1091 Tote innerhalb eines Jahres. Die Urheber weisen darauf hin, dass nicht immer alle Details zu Alter und Herkunft vorgelegen hätten. Einige Tötungen waren laut der NGO zwar nachweislich legal gerechtfertigt, etwa in nachgewiesenen Fällen von Notwehr ist das der Fall. Die Initiatoren gehen aber auch davon aus, dass sie von anderen Tötungen höchstwahrscheinlich gar keine Kenntnis hätten, die Dunkelziffer schätzen sie darum deutlich höher ein als die Zahl ihrer zusammengetragenen Fälle.

Die meisten der nun von Fatal Encounters dokumentierten 1091 Toten starben durch Schüsse. Doch auch andere Todesursachen finden sich immer wieder: Tod bei einem Autounfall, durch Elektroschocker oder Ersticken. In weiteren Fällen sind Menschen durch Stichwunden gestorben oder dem sogenannten „Selbstmord durch Polizisten“ (suicide by cop), indem sie einen Polizisten durch ihr Verhalten in eine Notwehr-Situation bringen, in der er schließlich seine Waffe zieht und tödliche Schüsse abgibt.

Vermutlich liegt die Zahl der Tötungen tatsächlich viel höher als nun dokumentiert. Denn die Teilnahme an Programmen zur Erfassung ist für die Bundesbehörde FBI freiwillig. Gemeldet werden oft nur Todesfälle. Umstände, Hintergründe und die Frage, ob Polizeigewalt eine Rolle gespielt hat, bleiben laut Vox häufig im Dunkeln. Auch wenn die Daten von Fatal Encouters unvollständig sind, so sind sie laut dem Sender doch deutlich detaillierter als es die Polizeiberichte bisher waren.

Aus weiteren Daten der NGO, unter anderem auch einsehbar gelistet nach US-Bundesstaat, zeigt sich, dass die Zahl der Todesopfer in den vergangenen Jahren nach Polizeigewalt massiv zugenommen hat – oder eben erstmals so viele Fälle ans Licht kommen wie nie zuvor. Bis zum Jahr 2010 waren jährlich kaum mehr als 300 Fälle bekannt geworden.

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  • Um es auf den Punkt zu bringen: 2013 wurden von ca 5.600 Morden jeweils ca 50% von ´Weissen´und 50% von Afro-Amerikanern begangen. Bei einem Bevoelkerungsanteil von 12,4 % Afro-Amerikanern. Bin ich jetzt ein Rassist?

  • Mordstatistik USA 2013
    https://www.fbi.gov/about-us/cjis/ucr/crime-in-the-u.s/2013/crime-in-the-u.s.-2013/offenses-known-to-law-enforcement/expanded-homicide/expanded_homicide_data_table_6_murder_race_and_sex_of_vicitm_by_race_and_sex_of_offender_2013.xls

    Bevoelkerung ca 66,2% Kaukasier (Weisse), 17 % Latino, 4,4 % Asiaten, 12,4 % Afro-Amerikaner

  • God bless America

    God bless the land, of all the earth,
    The happy and the free.

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