Polizeigewalt in Myanmar: Studenten-Protest brutal niedergeschlagen

Polizeigewalt in Myanmar
Studenten-Protest brutal niedergeschlagen

In Myanmar hat die Polizei ein Studenten-Demonstration blutig niedergeschlagen und rund 100 Menschen verhaftet. Die Protestierenden waren gegen ein neues Bildungsgesetz auf die Straße gegangen.
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LetpadanDie Polizei in Myanmar hat eine Studenten-Demonstration gewaltsam aufgelöst und etwa 100 Menschen festgenommen. Die Einsatzkräfte gingen mit Schlagstöcken gegen die Teilnehmer vor. Auch Mönche und Journalisten seien verprügelt worden, berichtete eine Augenzeuge der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Die festgenommenen Demonstranten wurden in zwei Polizei-Transporter gesperrt. Andere versuchten zu fliehen und wurden bis in einen buddhistische Tempel hinein verfolgt.

Insgesamt nahmen etwa 200 Studenten und ihre Unterstützer an dem Protest gegen ein Bildungsgesetz teil, das nach ihrer Ansicht die akademische Unabhängigkeit unterdrückt. Die Gruppe wollte von Mandalay im Landeszentrum ins etwa 600 Kilometer entfernte Rangun ziehen, wurde jedoch etwa 140 Kilometer vor ihrem Ziel von der Polizei in Letpadan gestoppt.

Der Presseverband Myanmars forderte die Freilassung von Reportern, ohne jedoch zu sagen, wie viele Journalisten festgenommen wurden. Regierung und Polizei waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Das Informationsministerium veröffentlichte Fotos im Internet, die angeblich zeigen, wie Studenten Polizeibarrikaden niederreißen. Studenten-Vertreter wiesen Vorwürfe zurück, sie hätten die Gewalt angezettelt.

In Rangun hat es häufig Studentenproteste gegeben. 1988 wurde so der Startschuss für eine Demokratiebewegung gegeben, die das ganze Land erfasste, bevor sie brutal von der damaligen Militärregierung niedergeschlagen wurde. Seit 2011 führt eine halb-zivile Regierung Myanmar, das frühere Birma. Sie hat erste Reformen angestoßen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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