Polizeikrise in den USA: Erneut Polizeibeamte in New York angeschossen

Polizeikrise in den USA
Erneut Polizeibeamte in New York angeschossen

New Yorks Polizei liegt mit Bürgermeister Bill de Blasio über den Umgang mit Bürgerprotesten gegen Polizeigewalt im Streit, die Beamten verweigern teils offen den Dienst. Nun wurden zwei Zivilfahnder angeschossen.
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New YorkIn New York sind am Montagabend örtlichen Medienberichten zufolge zwei Polizisten in Zivil angeschossen und verletzt worden. Der Vorfall habe sich im Stadtteil Bronx ereignet, als die Beamten einen Raubüberfall hätten verhindern wollen, berichteten mehrere Medien. Laut der Tageszeitung „New York Times“ schoss der Schütze aber offenbar nicht gezielt auf die Beamten. Ihre Verletzungen sind den Berichten zufolge nicht lebensgefährlich.

Zusätzliche Brisanz erlangt der Vorfall, da er sich damit mitten in einem Streit zwischen Bürgermeister Bill de Blasio und der New Yorker Polizei ereignet: Der Bürgermeister hatte Verständnis für die Demonstrationen gegen Polizeigewalt geäußert. Er ordnete an, dass New Yorks Polizisten künftig Kameras am Körper tragen, damit ihr Verhalten kontrolliert werden kann. Polizisten warfen ihm daraufhin fehlende Solidarität vor.

Bei einer Trauerfeier für einen erschossenen Kollegen am Sonntag hatten erneut zahlreiche Beamte dem Bürgermeister den Rücken gekehrt. De Blasio rief die Polizei daraufhin zur Zusammenarbeit mit den städtischen Behörden auf: .„Lasst uns darüber reden, wo wir als Stadt hinwollen“, sagte er am Montag. „Die Menschen wollen, dass wir zusammenkommen. Die Menschen glauben, dass wir es besser machen können.“

Im Dezember waren zwei Polizisten erschossen worden. Der Täter hatte zuvor in sozialen Netzwerken Drohungen gegen die Polizei ausgestoßen, nachdem Polizisten zwei Schwarze erschossen hatten. Er nahm sich anschließend selbst das Leben.

Mitte Dezember waren in New York zwei uniformierte Polizisten von einem Mann erschossen worden, der damit nach eigener Darstellung Vergeltung für die Tötung unbewaffneter Schwarzer durch weiße Polizisten üben wollte. Der Schütze nahm sich nach der Tat das Leben. Die New Yorker Polizei ist seit dem Vorfall besonders auf der Hut.

De Blasio wurde heizte die Kritik an ihm an, nachdem er seinem Sohn riet, im Umgang mit Polizisten vorsichtig zu sein. Der Bürgermeister ist mit einer Afroamerikanerin verheiratet.

Das New York Police Departement macht seinem Unmut auch auf weit streitbarere Art Luft: In den vergangenen zwei Wochen haben Polizisten offensichtlich aus Protest nur halb so viele Verdächtige festgenommen als sonst, die Zahl der Strafzettel ging um 90 Prozent zurück, wie die „New York Times“ am Montag berichtete.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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