Polizisten suspendiert
Baltimore untersucht Tod eines Schwarzen

Erneut ist in den USA ein junger Schwarzer nach einer Festnahme gestorben. Die Stadt Baltimore kündigt eine Untersuchung an, mehrere Polizisten werden suspendiert. Doch der Anwalt der Familie des Opfers erhebt Vorwürfe.
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WashingtonNach dem Tod eines jungen Schwarzen in der US-Großstadt Baltimore nach seiner Festnahme durch die Polizei haben die Behörden erste Konsequenzen gezogen. Sechs Polizeibeamte seien suspendiert worden, berichtete der örtliche Fernsehsender WBAL am Montag (Ortszeit). Vize-Polizeichef Jerry Rodriguez bestätigte die Suspendierung mehrerer Beamter.

Baltimores Bürgermeisterin Stephanie Rawlings-Blake hatte zuvor eine umfangreiche Untersuchung des Falls zugesagt. Der 25-jährige Freddie Gray war gut eine Woche nach seiner Festnahme an Rückenmarksverletzungen gestorben.

Gray war am 12. April festgenommen worden. Laut einem Polizeibericht geschah dies ohne Gewaltanwendung. Ihm sei der Besitz eines Springmessers zur Last gelegt worden. Die Polizei kündigte an, bis Freitag solle eine unabhängige Ermittlungskommission einen Bericht zu dem Fall vorlegen.

Der Anwalt von Grays Familie hatte zuvor gesagt, der 25-Jährige habe keine Straftat begangen. Es habe "keine Begründung" für seine Festnahme gegeben, "außer dass er ein rennender schwarzer Mann war", sagte der Anwalt William Murphy Jr. Gray wurden demnach bei seiner Festnahme drei Wirbel gebrochen, zudem sei das Rückenmark im Nackenbereich zu 80 Prozent durchtrennt worden. Dem jungen Mann sei praktisch das Genick gebrochen worden, sagte der Anwalt.

Die Polizei bestätigte, dass eine Rückenmarksverletzung zu Grays Tod geführt habe. Seine Gliedmaßen seien nicht gebrochen gewesen. Auf einem Video der Festnahme ist zu sehen, wie die Polizei Gray auf einem Gehweg festhält, bevor sie den vor Schmerz schreienden jungen Mann zu einem Polizeibus schleift. Laut der Zeitung "Baltimore Sun" war Gray im Bus noch bei Bewusstsein.

Vize-Polizeichef Rodriguez teilte mit, Gray habe nach seiner Festnahme nach seinem Inhalator verlangt. Während er in einem Polizeibus habe warten müssen, sei er in Wut geraten. Laut einem von der Polizei rekonstruierten Ablauf wurden die Sanitäter erst 42 Minuten, nachdem Gray nach seinem Inhalator verlangt hatte, gerufen. Die Polizei bestätigte überdies, dass Gray medizinische Hilfe gefordert habe. Ein Zeitpunkt wurde aber nicht mitgeteilt.

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Anwalt wirft Polizei Vertuschungsversuch vor

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