Porträt
Andreas Schleicher, der Mr. Pisa-International

Für die einen gilt Andreas Schleicher als der „Miesmacher“ des deutschen Bildungssystems. Für die anderen ist er der Antreiber überfälliger Reformen. Der Leiter der Abteilung „Indikatoren und Analysen“ bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris ist der eigentliche „Vater“ des weltweiten PISA-Schultests.

HB BERLIN. Doch nicht erst seit dem ersten PISA-Test im Jahr 2000 macht der 40-jährige gebürtige Hamburger, der in Deutschland Physik und in Australien Mathematik studierte, in seinem Heimatland ständig Schlagzeilen. Seit vielen Jahren wird Schleicher nicht müde, den Deutschen ihre im internationalen Vergleich viel zu niedrigen Abiturienten- und Studentenzahlen vorzuhalten. Der unter seiner Verantwortung herausgegebene jährliche internationale OECD- Bildungsreport zählt inzwischen in diesem Bereich weltweit zu den wichtigsten Standardwerken.

Zehntausende von Meilen fliegt Schleicher Jahr für Jahr für die Bildung. Sein Rat ist weltweit bei Regierungen und Parlamenten gefragt. Den deutschen Kultusminister hingegen ist er wegen seiner unermüdlichen Mahnungen und Kritik inzwischen mehr als nur ein Dorn im Auge.

Die OECD ist eine Wirtschaftsorganisation - auch wenn manche sie inzwischen als Lobbyisten für mehr und bessere Bildung sehen. Schleichers These: Zu wenig ausgebildete junge Menschen und auch schlechte Qualität in Schulen und Hochschulen schaden der Wirtschaft und bremsen Aufschwung und weitere Entwicklung.

Der Sohn eines deutschen Professors galt als Zehnjähriger nach dem Urteil seiner Lehrer als ungeeignet für den Gymnasialbesuch. Aber wie dies nun einmal bei Professorenkindern ist: Schleicher fand dennoch den Weg ins Gymnasium, machte Abitur und gleich zwei Studienabschlüsse.

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