Porträt
Juri Jechanurow - der Chefprivatisierer der Ukraine

Der neue ukrainische Ministerpräsident Juri Jechanurow (57) ist ein erfahrener Wirtschaftsreformer ohne große eigene politische Ambitionen wie seine Vorgängerin Julia Timoschenko.

HB KIEW. Seit 1991 hat der studierte Bauingenieur unter drei ukrainischen Präsidenten auf vielen Regierungsposten gedient. Er verfügt über Kontakte zu allen politischen Lagern. Das asiatische Aussehen hat Jechanurow von seinem Vater geerbt, der zum sibirischen Volk der Burjaten gehört. Seit Jahren ist der Politiker ein führendes Mitglied der buddhistischen Gemeinde in Kiew.

Jechanurow wurde am 23. August 1948 in der sibirischen Teilrepublik Jakutien geboren. Nach der Ausbildung in Kiew machte er in den 1970er Jahren im Bauwesen der ukrainischen Hauptstadt Karriere. Mit der Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion 1991 wechselte er in die Politik und sattelte von der Planwirtschaft auf die Marktwirtschaft um. Unter Präsident Leonid Kutschma leitete Jechanurow 1995 die Massenprivatisierung von Staatseigentum. Deutsche Berater der ukrainischen Regierung loben bis heute seinen positiven Einfluss auf die Gesetzgebung für kleine und mittlere Unternehmen.

Von 1999 bis 2000 arbeitete Jechanurow als Vizeregierungschef erstmals mit dem heutigen Staatschef Viktor Juschtschenko zusammen, der damals noch Ministerpräsident war. Nach der Entlassung Juschtschenkos blieb Jechanurow zunächst in Kutschmas Präsidialamt. Erst bei der Parlamentswahl 2002 stellte er sich offen auf Seiten Juschtschenkos und vertrat dessen Parteienblock „Unsere Ukraine“ im Parlament.

Nach seinem Amtsantritt als Präsident entsandte Juschtschenko den Weggefährten als Gouverneur in die ostukrainische Industrieregion Dnepropetrowsk, die der „Revolution in Orange“ feindlich gegenüber stand.

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