Portrait eines Pragmatikers
Rasmussen - ein kühler, kontrollierter Däne

Dänemarks alter und auch künftiger Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hat seine Wandlung vom kompromisslosen Neoliberalen zum heutigen Mitte-Politiker ohne erkennbare Ideologie selbst als Konsequenz eines „Lernprozesses“ mit zunehmendem Alter begründet.

HB KOPENHAGEN. Der 52-Jährige, der den sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat vor zehn Jahren noch radikal zu einem „Minimalstaat“ umbauen wollte, präsentierte sich seinen Landsleuten in den drei Wochen des Wahlkampfes als überzeugter Verteidiger dieses Wohlfahrtsstaates und stach den sozialdemokratischen Herausforderer Mogens Lykketoft mit immer neuen Versprechungen an alle möglichen Wählergruppen erfolgreich aus.

In seinen ersten drei Regierungsjahren hat sich Rasmussen keine sonderliche Popularität, dafür aber den Ruf eines zuverlässigen Politikers erworben. Er hatte die Wahlen 2001 mit der Ankündigung drastischer Zuzugsbeschränkungen für Ausländer gewonnen und hielt Wort. Als jetzt bekannt wurde, dass auch sein in den USA studierender Sohn Henrik als Opfer der neuen Regeln seine amerikanische Ehefrau Kristina nicht mit nach Hause bringen kann, fiel der Kommentar des Regierungschefs und Vaters knapp aus: „Das muss nun mal für alle gelten.“

Ähnlich kurz, kühl und vor allem stets kontrolliert hat der studierte Volkswirt als Regierungschef stets agiert. Rasmussen hält eiserne Disziplin beim fast täglichen Joggen, trinkt so gut wie keinen Alkohol und biedert sich bei den Wählern auch nicht als Apostel der „Hygge“ an, Dänemarks ganz eigener Form von Gemütlichkeit. So wissen die Dänen zwar sehr genau, warum ihr Regierungschef trotz nur knapper Mehrheit im Parlament die Teilnahme des Landes am Irak-Krieg durchgesetzt hat. Privat aber hält sich der dreifache Vater und mit der Kindergärtnerin Anne-Mette Rasmussen verheiratete Vollblutpolitiker konsequent bedeckt.

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